Behinderte Hunde Forum

Zurück   Behinderte Hunde Forum > Hunde mit Handicap > Taube Hunde > Verhalten und Kommunikation

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 19.02.2009, 21:10   #1
jaimi
Gast
 

Beiträge: n/a
Standard Knurren! Unsicherheit oder Drohung???

Mal wieder eine Frage! Knurrt euer Hund auch ab und zu wenn er fremde Leute oder Gegenstände in einiger Entfernung sieht? Was macht ihr um dem Hund in diesen situationen Sicherheit zu vermitteln? Ruhe bewahre ich auch aber irgenwie funktioniert das nicht so richtig. Wenn ich es ignoriere macht er es beim nächsten mal noch mehr und " sagen " das mag ich nicht, hilft auch nicht. Bin für jeden guten Rat dankbar.
LG Dana
  Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2009, 22:29   #2
Kati
Koboldfan
 
Benutzerbild von Kati
 

Registriert seit: 12.06.2007
Ort: Fockbek in Schleswig / Holstein
Beiträge: 10.347
Abgegebene Danke: 105
Erhielt 162 Danke für 151 Beiträge
Standard

Huhu Dana !
Ich fordere von Doddi konsequent Blickkontakt wenn sie wegen Menschen oder Hunden unsicher wird und verhindere gleichzeitig, dass sie den Auslöser im Blick behalten oder sogar fixieren kann - notfalls durch Richtungswechsel oder andersrum an den Rand setzen.
Knurren oder in die Leine stemmen wird mit Hörzeichen deutlich und streng verboten - bei uns "Lass es !" oder auch "SCHLUSS !".
Jeder Blick zu mir wird geclickert und belohnt.
Inzwischen klappt es fast immer gut.
Hat aber viel Energie, Zeit und Geduld gekostet und es gibt auch immer mal wieder Rückschläge ...
Und bei angsteinflößenden Gegenständen tasten wir uns gemeinsam gaaanz mutig Stück für Stück mit dem Hörzeichen "Aaaales gut" heran !
Viel Erfolg und liebe Grüße
__________________
Kati mit Doddi im Arm und Jule im Herzen
"Die, die wir lieben, sterben nicht von uns weg.
Sie sterben in uns hinein und bleiben als Erinnerungen für immer bei uns !"

Geändert von Kati (19.02.2009 um 22:33 Uhr)
Kati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.02.2009, 22:35   #3
Marty
*
 
Benutzerbild von Marty
 

Registriert seit: 14.09.2004
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 12.642
Abgegebene Danke: 64
Erhielt 232 Danke für 188 Beiträge
Standard

Hi Dana,

Lissy hatte in ihrer ersten Zeit bei uns öfters solche Anwandlungen ...

Auch heutzutage kommt es schon noch mal vor. Ich tippe sie dann kurz an damit sie Blickkontakt zu mir herstellt und sie wird dann mit einem Leckerchen belohnt. Danach versuche ich mit ihr (Blickkontakt haltend) an dem, was immer sie auch angefaucht hat, vorbei zu gehen.

Kurzum, es ist wichtig, dass man es zu jeder Zeit schafft, den Blick und somit die Aufmerksamkeit des Hundes zu gewinnen ...
__________________
Liebe Grüße

Martina

mit den Sternenfellkindern Flöckchen, Lissy und Pucki

Tempora mutantur nos et mutantur in illis - Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen (lateinisches Sprichwort)
Marty ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2009, 08:57   #4
Feldmann2005
Gast
 

Beiträge: n/a
Standard

Hallo Dana,
mein Feldmann ist auch so ein Kandidat. Er mag es z.B. überhaupt nicht wenn uns Leute begegnen die ihm gleich in die Augen schauen. Dann wird geknurrt. Aber wie die anderen schon geschrieben haben, läufts am besten über Ablenkung, und Belohnung. Ich lenke seine Aufmerksamkeit auf mich und dulde dieses Knurren nicht. Ich muß aber auch gestehen das sich manche Menschen echt dumm anstellen. Hund gleich begrabschen, über ihn beugen, ihn fixieren. An manchen Tagen klappts sehr gut und dann aber auch wieder nicht. Am Ball bleiben mit der Zeit wirds weniger
  Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2009, 17:33   #5
Bella
Gast
 

Beiträge: n/a
Standard

super, diese Frage... da will ich auch etwas loswerden. Ein schwerhöriger Freund von uns hat zu meinem Lebensgefährte gebärdet, dass Bella knurrt... und siehe da, jemand isst gerade und Bella wollte anscheinend durch ihre Knurren durchsetzen, dass sie was bekommt. Ein Durchsetzungsknurren?

Manchmal beim Spielen bzw. herumtoben mit mir knurrt sie auch ein bisschen, aber so lange ihr Schwanz wedelt und sie beim Spielen mit mir nicht aggressiv verhält, ist es ok, so lange es mir noch passt. Da ist ein ganz andere Bedeutung von Knurren.

Neulich war eine Freundin von der Schwiegermutter da und sie war in der Küche, da hat Bella gebellt, so dass ihnen unheimlich wurde. Wenn ich dabei gewesen wäre, wäre das Problem sofort gelöst, weil Bella bei mir klar weiß, in welcher Rangordnung wir haben, da ich sie von Anfang an klar gesagt habe, was sie bei uns darf und was nicht. Schwiegermutter hat am Anfang leider noch vieles erlaubt und jeztt einiges ausbügeln muss.

Da möchte ich euch fragen, ist Knurren, Bellen und Lefzen zeigen alles gleiche Empfindung eines Hundes? Welche Gefahrstufe müssen wir uns da einstellen und wo können wir noch locker sehen?
  Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2009, 20:57   #6
Marty
*
 
Benutzerbild von Marty
 

Registriert seit: 14.09.2004
Ort: Düsseldorf
Beiträge: 12.642
Abgegebene Danke: 64
Erhielt 232 Danke für 188 Beiträge
Standard

Zitat:
Zitat von Bella Beitrag anzeigen
Da möchte ich euch fragen, ist Knurren, Bellen und Lefzen zeigen alles gleiche Empfindung eines Hundes? Welche Gefahrstufe müssen wir uns da einstellen und wo können wir noch locker sehen?
Hi Judith,

ich kann jetzt nur von meiner tauben Lissy sprechen, meine beiden Jungs knurren niemals (Menschen gegenüber) böse.

Bei Lissy sehe ich es sehr deutlich an der Körperhaltung (sogar von hinten), wenn es ein Knurren ist, welches ich in eine hohe Gefahrstufe stecken würde. Sie wirkt dann irgendwie steif und hoch konzentriert.

Lefzen zeigen ist auch situationsbedingt. Wenn die Jungs ihr zu nahe kommen, wenn sie etwas zum Knabbern hat, dann verstehen die Jungs bei dem kleinsten Zucken der Lefzen, dass sie besser Abstand halten sollten. Lefzen zeigen ist in der Regel ein Warnzeichen für den Gegenüber, z.B. dass nicht die Individualdistanz zu überschreiten ist.

Richtig ernst würde ich ein Lefzenziehen mit Knurren und einer dementsprechenden Körperhalten sehen. Das wäre eine hohe Gefahrstufe.

Auch "böses" Bellen muss man in der Gesamtsituation sehen. Zu bösem Bellen gehört dann auch eine entsprechende, angespannte Körperhaltung.

Ich habe bei den tauben Hunden manchmal den Eindruck, dass sie ihre Laute häufig auch an den "verkehrten" Stellen einsetzen.

Ich hatte mal eine taube Hündin hier zu Besuch. Lissy und sie haben richtig schön getobt, ganz friedlich und haben dabei geknurrt. Meine Jungs standen nur da und waren völlig entgeistert und voller Respekt ...

Ja, das waren meine zwei Cent ...
__________________
Liebe Grüße

Martina

mit den Sternenfellkindern Flöckchen, Lissy und Pucki

Tempora mutantur nos et mutantur in illis - Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen (lateinisches Sprichwort)
Marty ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2009, 22:14   #7
Kati
Koboldfan
 
Benutzerbild von Kati
 

Registriert seit: 12.06.2007
Ort: Fockbek in Schleswig / Holstein
Beiträge: 10.347
Abgegebene Danke: 105
Erhielt 162 Danke für 151 Beiträge
Standard

Hallo Judith !
Ich denke auch, man muss immer den gesamten Hund im Blick haben und ich bin überzeugt davon, dass es auch Unterschiede gibt - ein Hund droht deutlich und lange bevor etwas passiert, während ein anderer vielleicht nur kurz warnt und dann zuschnappt.

Hunden gegenüber z.B. hat Doddi eine eindeutige Körpersprache: Sie bekommt eine "Bürste" von Kopf bis Schwanzwurzel, macht sich krumm (ihr Ringelschwanz rollt nach unten), wird steif und fletscht übertrieben.
Lässt sich der Hund davon nicht beeindrucken, schnappt sie auch schon mal zu ... ... reagiert der andere Hund beschwichtigend und signalisiert gute Absichten, entspannt sich die Situation mittlerweile fast immer.

Mit Menschen haben wir nur dann Probleme, wenn diese zu forsch auf Doddi zu kommen und sie gleich anfassen wollen.
Häufiges Problem mit anderen Hundebesitzern ...
Generell ist sie Menschen gegenüber erst einmal vertrauensvoll und erwartet nichts böses (mehr).
Allerdings kann das ganz schnell umschlagen und wenn sie sich bedrängt oder bedroht fühlt, dann knurrt und schnappt sie gleichzeitig.

Da ich mittlerweile immer sehr aufmerksam auf ihre Körpersprache achte, ist bisher noch nie etwas passiert, aber wir sind schon in Situationen gekommen, wo ich es echt brenzlig fand.

Letzte aktuelle Situation als Beispiel: Als wir Weihnachten mit der ganzen Familie im Restaurant essen waren und einen Moment warten mussten, erregte das kleine Dreibein natürlich wieder das übliche Aufsehen. Alle Leute an den Tischen um uns herum schauten und sprachen sie auch an und darüber freute sich Doddi und ließ den Kobold raushängen ... wedel, wedel, wedel und Gezappel mit ihren drei Pfoten ... hach wie süüüß !
Schneller als ich gucken konnte sprang eine Frau auf, ging direkt auf Doddi zu, legte ihre eine Hand zum Streicheln auf den Kopf und fasste gleichzeitig mit der anderen Hand an Doddis Tuch (um mal zu lesen, was da drauf steht ). Dabei beugte sie sich natürlich dann auch noch über sie ... in Sekundenbruchteilen rollte sich das "Stimmungsbarometerschwänzchen" runter ! Instinktiv hab ich Doddi mit der Leine zurück gezogen und zeitgleich kam ihr Knurrer und ein Luftschnapper ...

Schwanzwedeln ist übrigens nicht immer Freude, sondern eigentlich nur ein Zeichen von Aufregung ... deshalb ist es immer wichtig auch Ohren und Körperhaltung mit zu beachten.

Deshalb kann ich Dir eigentlich nur raten, Bella in verschiedenen Situationen und ganz viel zu beobachten. Dadurch lernst Du Deinen Hund immer besser einzuschätzen.

Ui, das is jetzt aber lang geworden ... sorry !

Liebe Grüße
__________________
Kati mit Doddi im Arm und Jule im Herzen
"Die, die wir lieben, sterben nicht von uns weg.
Sie sterben in uns hinein und bleiben als Erinnerungen für immer bei uns !"

Geändert von Kati (20.02.2009 um 23:10 Uhr)
Kati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2009, 22:24   #8
Kim
Strubbel
 
Benutzerbild von Kim
 

Registriert seit: 19.04.2005
Ort: Kammerbach
Beiträge: 5.996
Abgegebene Danke: 163
Erhielt 130 Danke für 105 Beiträge
Standard

Hallo Dana,

Zitat:
Zitat von jaimi Beitrag anzeigen
Knurrt euer Hund auch ab und zu wenn er fremde Leute oder Gegenstände in einiger Entfernung sieht?
Meine Jamie kann zwar nix sehen aber auch sie knurrt Dinge an die sie riecht. Es sind irgendwelche Gerüche von Menschen oder Gegenständen die vor ihr auftauchen und die sie nicht kennt (wie ein großer Pappmann z.B.)

Ich gehe mit Jamie dann zu dem Objekt hin und lasse sie es beriechen. Knurrt sie gibt es ein deutliches Nein. Das muss der Hund aber kenne, sprich, Du musst es konditioniert haben. Nein bedeutet bei uns hör sofort auf mit dem was Du da gerade machst. Hört sie nicht darauf gehe ich mit ihr zurück und starte von neuem. So lange bis sie sich ohne zu murren und mir vertrauend dem Objekt nähert. Am Ende gibt es natürlich eine Belohnung.

Bei Menschen ist es schwieriger da sie aufgrund ihrer Vergangenheit besonders schwer davon zu überzeugen ist das Menschen was tolles sind. Dafür habe ich meinen anderen Hund, den Aaron, den ich dann vorschicke. Da Jamie extrem eifersüchtig ist rennt sie sofort hinter ihm her um nur ja auch dabei zu sein. Auf diese Art haben wir es geschafft dass sie Menschen gegenüber lockerer ist. Sind diese dann bereit ihr ein Leckerchen zu geben und sie nicht anzufassen kommen wir immer einen Schritt weiter.
__________________
liebe Grüße Heike mit
Jamie, Aston, Indiana und
den Katzen Coopa und Lenny
sowie 6 Hühner und 1 Hahn, 3 Kaninchen, 17 Schafe und 17 Rinder

Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen Komplizen.

(Epiktet)






Kim ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.02.2009, 22:41   #9
Lea
Icebärbändigerin
 
Benutzerbild von Lea
 

Registriert seit: 07.01.2005
Ort: NRW
Beiträge: 2.458
Abgegebene Danke: 1
Erhielt 11 Danke für 11 Beiträge
Standard

Also ich würde sagen das kommt ganz stark auf die Situation und Hund drauf an.
Von Icebärchen kenne ich das auch das beim spielen gebellt,geknurrt und manchmal die Zähne gezeigt werden.Aber alles ist nicht ernst!
Aber das kommt immer auf die Situation an.
__________________
Liebe Grüße Andrea+Gizmo(3j+taub)
RBB:meine geliebte Lea(Hörnix+12j)+Fay(Hörnix+13j)+Zini(12j)Bounty(18 j)+Iceb ärchen(Hörnix+14j)

Taube Hunde sind wie ungeschliffene Diamanten, man muss nur die Zeit und Geduld aufbringen,sie zu formen.
Lea ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.02.2009, 19:46   #10
jaimi
Gast
 

Beiträge: n/a
Daumen hoch

Danke für die vielen tollen Antworten. Das mit den Richtungswechseln haben wir heute schon ausprobiert und es ging ganz gut. Ich nehme an ,er knurrt aus Unsicherheit,da er mich danach fast jedes mal anschaut. Habe es vorher schon mit ignorieren und nein "sagen" ausprobiert,leider ohne Erfolg. Im Gegenteil. Üben jetzt fleißig Richtungswechsel mit hinsetzen oder ablegen,so das er gezwungen wird, mich anzuschauen. Halte euch gerne auch hierbei auf dem Laufenden.
LG Dana
  Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:10 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.7.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS
(c) Behinderte-Hunde-Forum.de