Behinderte Hunde Forum

Zurück   Behinderte Hunde Forum > Hunde mit Handicap > Rolli-Hunde > Erkrankungen und Diagnostik

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 25.06.2016, 12:32   #1
Felli100
Gast
 

Beiträge: n/a
Frage Wie lange hat es bei Euren Hunden gedauert?

Hallo,

meine Kleine (4 Jahre alt) ist durch einen Unfall vor 5 Wochen gelähmt. Sie wurde notoperiert. Sie hat sich beim Ballspielen überschlagen und ist mit dem Rücken auf einen Baumstumpf aufgeschlagen. Dabei hat sie sich eine Bandscheibe regelrecht herausgeschlagen. Sie hatte Einblutungen ins Rückenmark.

Ich habe auch eine gute Physiotherapeutin und gehe 2 mal die Woche zu ihr. Die ersten Wochen machte sie große Fortschritte. Von komplett gelähmt bis zum Stehen mit leichter Hilfe. Doch seit einer Woche stagniert alles.

Schmerzen scheint sie nicht zu haben. Sie bekommt auch ein naturheilkundliches Präparat von meiner Tierärztin.

Wie lange haben Eure Hunde wieder gebraucht, um richtig stehen zu können? Laufen können? Denn ich will die Hoffnung nicht aufgeben. Die Tierärztin in der Klinik meinte, dass wir auf jeden Fall mit einer Heilung von 3 Monaten rechnen müssten und hat auch glatt gesagt, was dann nicht gekommen wäre, würde auch nicht wieder kommen, was mich sehr herunter gezogen hat. Jetzt ist bald die Hälfte der Zeit herum und allein kann sie immer noch nicht stehen und vom Laufen sind wir weit entfernt.

Derzeitig mache ich mehrmals täglich Stehübungen, 1-2 mal Magnetfeldtherapie, Bürstenmassagen und Vibrationsmassagen an den gelähmten Füssen. Bei schönem Wetter habe ich eine Wiegeschaukel in den Garten gehängt, die ein besseres Gleichgewicht trainieren soll. Dazu habe ich auch ein kleines Becken mit Wasser, wo ich das Aufstehen mit ihr üben kann (wenn es warm genug ist).

Trotzdem stagniert es. War das bei Euren Hunden auch so? Kommt dann irgendwann wieder ein Fortschritt?

Gibt es noch etwas, was ich machen kann? Womit habt ihr Erfahrungen gemacht, was die Situation verbessern kann?

Liebe Grüße
Felli
  Mit Zitat antworten
Alt 25.06.2016, 20:39   #2
Theo
Erfahrener Benutzer
 
Benutzerbild von Theo
 

Registriert seit: 18.02.2012
Beiträge: 1.054
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Hallo,

ich kann dir meine Erfahrung mitteilen, obwohl mein Hund eine Nervenlähmung hatte und keinen Bandscheibenschaden, allerdings war auch das Rückenmark betroffen.

Bin damals von Tierklinik zu Tierklinik gerannt. Die 3 Monatsregel hat man mir auch gesagt und in meinem Fall ist sie leider eingetroffen. Bei deinem Hund gibt es doch aber Fortschritte. Macht weiter mit der Physiotherpie, jeder kleine Fortschritt zählt. Ist ein MRT gemacht worden? Hier ist noch ein Beitrag von Karo (ein Hund aus meiner Stadt), die immer besser laufen kann, obwohl der Tierarzt sie damals einschläfern wollte http://www.nwzonline.de/friesland/wi...597802219.html
https://www.facebook.com/Karo-auf-de...24734/?fref=ts
Ich drücke ganz fest die Daumen!!!

LG
Anja mit 3 Bein Theo

Geändert von Theo (25.06.2016 um 20:41 Uhr)
Theo ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.06.2016, 08:34   #3
Felli100
Gast
 

Beiträge: n/a
Standard

Hallo Theo,

als meine Kleine den Unfall hatte, wurde auch zuerst ein MRT gemacht, ohne Ergebnis. Dann wurde ein CT gemacht, hier ein Verdacht. Dann wollten sie Kontrastmittel in das Rückenmark spritzen und beim Einstechen der Hohlnadel "sprudelte" denen nur das Blut so entgegen. Also erst mal Druckentlastung, dann direkt OP, um zu sehen, ob der Verdacht sich erhärtet. Beim Unfall ist sie wohl direkt mit einer Bandscheibe auf die Kante der Baumscheibe geflogen. Die Bandscheibe war in "tausend Teile" zerborsten. Das wäre auch kein Problem gewesen, wie der Arzt gesagt hat. Lediglich ein Teil hatte ein Gefäß getroffen und damit eine Einblutung ins Rückenmark gemacht. Daher wäre auch die Lähmung. Alles andere wäre "easy".

Als ich sie nach 5 Tagen Klinikaufenthalt geholt habe, hatte sie eine komplette schlaffe Lähmung der Hinterbeine und war inkontinent. Ich musste die Blase leeren. Der Darm entleerte sich von selbst. Die sensiblen Fasern in den Fußsohlen waren erhalten geblieben. Sie war kitzelig unter den Fußsohlen und es ist so geblieben. Sie empfindet auch Wärme und Kälte von Anfang an.

Momentan meldet sie sich auch, wenn sie ihr Geschäft verrichten muss. Sie wird unruhig und beim "großen Geschäft" bellt sie. Das heißt, auch das bemerkt sie. Sie kann mit Hilfe stehen. Aber ihr Gleichgewicht ist noch nicht so da.

Was ich vergessen habe, ich habe Schüssler Salze eingegeben und gestern ist mir eingefallen, dass ich letzte Woche eine Sorte abgesetzt habe. Die habe ich gestern wieder nach meinem Eintrag eingesetzt. Und siehe da, gestern hat sie die Beinchen wieder durchgestreckt. Also bleibe ich dabei.

Magnetfeld mache ich schon von Anfang an. Danach ist sie - wie auch jeder Mensch - müde und muss schlafen. Tut sie gerade auch. Danach fange ich wieder von vorn an: Windeln wechseln und gleichzeitig Stand üben, Bürstenmassagen, ruhen, bei schönem Wetter schaukeln oder im Becken das Aufstehen üben.

Mich hat es nur so erschrocken, dass sie auf einmal so stagnierte. Deshalb war ja auch meine Frage, ob ihr das alle auch kennt. Dass ihr therapiert und es Fortschritte gibt und dann plötzlich so ein Einbruch kommt.

Und natürlich mache ich weiter. Und ich werde mich nicht an die 3-Monats-Regel halten. Beim Menschen gibt es das auch nicht und da kenne ich mich aus. Da habe ich noch nach einem Jahr gesehen, dass da was wieder kommt. Nur bei Hunden kenne ich mich nicht so aus.

Für mich wäre es zwar schwer zu sehen, dass die Kleine behindert bleibt, weil sie so eine wilde Hummel ist, deshalb ja auch der Unfall, von so einigen Unfällen, die sie schon in ihrem Leben durch ihr ungestümes Wesen hatte. Aber ich habe damals während der ganzen OP im Wartezimmer gesessen und mir auch gesagt, dass sie dann eben - wenn es nicht mehr wird - einen Rollstuhl bekommt. Sie ist so voller Leben und scheint ihre Behinderung zum großen Teil gar nicht wahrzunehmen, was mich ständig auf Trapp hält. Sie ist auf zwei Beinen genauso schnell wie auf vieren .... und hat sich gleich in der ersten Woche - ich hatte diese "Behinderung" völlig unterschätzt - in den Hundepool gestürzt! Und ich mit voller Montour hinterher! Der Pool für meine Hunde ist schon etwas größer etwa 4 x 4 m selbst aus Teichfolie gebaut. Sie ist einfach so. Was waren die ersten Worte der Tierärztin, als ich die Kleine nach 5 Tagen abholte? Dieser Hund ist unglaublich! Die hatten schon ihre Erlebnisse in der Klinik mit ihr ... Die waren froh, als ich sie abgeholt habe.

Was waren meine Worte darauf? Wenn die einen Rollstuhl braucht, kann ich gleich einen zweiten dazu bestellen, denn einer wird immer in der Reparatur sein .... Das ist meine Hündin und so kann sich jeder vorstellen, wie sehr sie mich herausfordert! Ich habe zwei weitere Bulldoggen. Keine ist so "unglaublich" wie sie. Wir haben schon von Anfang an in der Familie gesagt, das die niemals eines natürlichen Todes sterben kann ... Sie rennt erst los und denkt dann nach. Gott sei dank habe ich zwei Bulldoggen, die erst denken und dann rennen ... Aber diese kleine Hündin hält die ganze Familie in Atem. So etwas habe ich noch nie erlebt.

Als Welpe ist sie in der Welpengruppe kopfüber in einen vollen Eimer gesprungen .... und ich musste sie herausfischen, damit sie nicht ertrinkt. Alle haben gelacht, aber so ist sie halt und solche Erlebnisse habe ich seit 4 Jahren tagtäglich. Selbst "behindert"nimmt sie keine Rücksicht .... Die Behinderung nehmen auch nur wir Menschen richtig wahr. Das ist mir klar geworden. Alle Dinge, die wir in der Welpengruppe "geübt" haben, damit die Welpen keine Angst haben: Da musste ich mir nie Sorgen machen, eher: Wie halte ich sie von gefährlichen Dingen ab? Sie ist in der Welpengruppe hinter einem Gymnastikball hinterher, hat den in eine Ecke gedrängt und diesen riesigen Ball mit den Milchzähnen durchbohrt .... Trainerin darauf: Okay. Treibball fällt bei ihr auch weg. Agility? Niemals. Sie drehte dabei völlig durch. Ich habe mit ihr Mantrailing gemacht, damit sie sich besser konzentrieren muss. Das würde ich auch weiter machen, selbst wenn sie im Rollstuhl sitzt, denn sie ist darin sehr begabt.


Was habe ich mir immer anhören müssen, wenn ich mich mal wieder beklagt habe, weil sie wieder mal was angestellt hat?

Man bekommt nie den Hund, den man will, sondern nur den Hund, den man braucht!

In diesem Sinne einen schönen Sonntag.

Liebe Grüße
Felli
  Mit Zitat antworten
Alt 26.06.2016, 10:16   #4
quelly
Erfahrener Benutzer
 

Registriert seit: 06.03.2014
Ort: Innsbruck
Beiträge: 1.086
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Habe Maxi bekommen, als sie einen Monat gelähmt war. Sie wurde bei einer Kontrollfahrt der Tierschützer in Rumänien entdeckt. Als ich mein interesse an ihr bekundete fing sie gerade an wieder selber zu stehen. Von dieser 3 Monatsregel hat mir nie jemand erzählt. Maxi hat eine sogenannt hohe Lähmung. Als sie dann mehr gewicht hatte, zeigte sich, dass sie eine spastische Lähmung hat. Gehen lernen lernte sie erst nach ca. 5 Monaten. Ihre Inkontinenz von Urin ist geblieben. Kot kann sie selber erledigen. Kann es aber in dem Sinne nicht steuern. Habe miterlebt, wie sie die ersten Schritte gemacht hat. Sie konnte bei Spaziergängen soger teilweise selber gehen und wenn sie Müde war setzte ich sie in den Buggy. Vor ca. 2,5 Jahren erhielt sie einen Rolli. Dies hat ihr und gefällt ihr immer noch sehr gut. Seit 1,5 Jahren hat sie eine schlaffe Lähmung. Trotzdem geniesst sie ihr Leben.


Renate mit Maxi, Lissy und Lady Sonnenschein
quelly ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.06.2016, 11:51   #5
Felli100
Gast
 

Beiträge: n/a
Standard

Hallo Quelly,

vielen Dank, dass alles macht mir dann doch schon viel mehr Mut. Beim Menschen dauert es oft nach so einer OP sehr viel länger, bis sie wieder laufen können. Deshalb hat es mich ja auch so geschockt, dass sie innerhalb von 3 Monaten wieder laufen können müsste ... und sie kann jetzt nur mit Hilfestellung stehen. Das hat mich ein wenig unter Zeitdruck gesetzt, weil sie auch in der letzten Woche so einen Einbruch hatte und schlecht mitgearbeitet hat. Aufstehen von allein kann sie immer noch nicht. Das üben wir allerdings.

Und klar: Spaß hat sie trotzdem am Leben. Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihr einen Rolli kaufen soll, damit sie auch diesen Spaß beibehält; denn momentan können wir ja nur mit einem Hundewagen raus, damit sie mal was anderes sieht. Aber darin ist sie komplett unruhig. Sie will einfach raus. Sie will laufen. Und so jemanden dann bremsen ist fast unmöglich.

Schönen Sonntag noch
Felli
  Mit Zitat antworten
Alt 26.06.2016, 15:25   #6
Capi
Erfahrener Benutzer
 

Registriert seit: 13.11.2011
Ort: München
Beiträge: 1.006
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Servus aus München.
Gebt Euch Zeit. Verbesserungen kommen innerhalb eines Jahres. Der Körper muß sich eh erst von dem massiven Eingriff-Unfall und OP - erholen.
Vielleicht bringt es deinem Hund was, wenn du ihn mit einem Rolli unterstützt. Dann kann er erst mal wie gewohnt sausen und kann lernen die Pfoten aufzusetzen ohne das Gewicht drauf ist.
Caprioara, meine Terrierdame hat eine recht hohe Lähmung und einen Rolli. Sie jagd trotzdem Enten und macht Hundesport.
Also keine Scheu
Linda und das rollifahrende Einauge
Capi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.06.2016, 18:53   #7
Felli100
Gast
 

Beiträge: n/a
Standard

Hallo Capi,
vielen Dank für Die Antwort und das Mut machen. Das kann ich derzeit gut gebrauchen. Es ist ja auch morgen erst 6 Wochen nach der OP und ich denke schon, dass noch etwas herauszuholen ist. An den Rolli habe ich auch schon gedacht, denn es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sie wieder laufen kann. Ich werde das auch mal mit der Physiotherapeutin besprechen und wahrscheinlich kann die auch einen guten Rollibauer empfehlen.

Was für Therapien habt ihr denn da noch so alles gemacht? Vielleicht habt ihr noch Ideen?

Liebe Grüße
Felli
  Mit Zitat antworten
Alt 27.06.2016, 09:39   #8
quelly
Erfahrener Benutzer
 

Registriert seit: 06.03.2014
Ort: Innsbruck
Beiträge: 1.086
Abgegebene Danke: 0
Erhielt 0 Danke für 0 Beiträge
Standard

Servus
kann mich Capi nur anschliessen. Was der TA weiss, an Erfahrung hat sind nicht immer gleich, die auf Deinen Hund umzumünzen sind. Maxi konnte laufen, da sie eine spastische Lähmung hatte. Jetzt ist es eine schlaffe Lähmung. Lass Dir gesagt sein Rolli hält nicht vom wälzen ab. Maxi machte dies gerne. Sie ist jetzt 12 Jahre alt und seit 8 Jahren gelähmt, hat nicht mehr so die Kraft, aber wenn es ganz besonders stinkt oder ein totes Tier versucht sie es nach wie vor.
Also lass Dich wegen des Zeitmanagements nicht stressen. Es kommen immer wieder mal Rückschläge aber ich fand die halfen nur um zu sehen wo es hapert und wie kann ich es leichter machen für mich und Hund. Ich würde Dir raten frag mal bei der privaten Tierhilfe von Frank und Sandra Neupold an für einen Rolli. Preis/Leistung stimmt und lass Dich von einer eventuellen Wartezeit nicht schrecken.

Renate mit Maxi, Lissy und Lady Sonnenschein
quelly ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
gelähmt, therapien

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:06 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.7.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
Template-Modifikationen durch TMS
(c) Behinderte-Hunde-Forum.de