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Alt 08.02.2011, 19:15   #21
Eisprinzessin
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Die Kämpfe sind unheimlich laut und ein ziemliches Gewusel. Sie verletzen sich aber nicht doll, meist nur Schrammen.

Mein kleiner Autist kann soweit "Sitz" "Platz" usw. die Grundkomandos.
Aber draußen... er ist nicht abrufbar. Er kann seit 4 Jahren kontinuierlisches Training immer noch nicht, während wir essen auf seinen Platz bleiben. Er hat ein Herz, das doppelt so groß ist, das drückt wiederum auf seine Lunge.
Sprich: seine Kondition ist gleich Null. Naja, ist schwer das alles hier zu schreiben. Seit ganzes Verhalten, er sucht viel Nähe und Streicheleinheiten, aber vergisst zb oft, wie springt man denn nun auf die Couch springt.
Sofern ich seinen Napf umstell, dann sucht er den wie verrückt. Ist er nicht zu Hause, dann knabbert er alles an - er braucht seinen gewohnten Tagesablauf usw.. es wäre zu komplex, sein ganzes Verhalten hier zu schildern. Aber Ärzte haben uns das, laut unserer Aussagen, bestätigt.

Geändert von Eisprinzessin (08.02.2011 um 19:23 Uhr)
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Alt 08.02.2011, 19:26   #22
Beata
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Beobachte sie mal in der nächsten Zeit, ob Du eine Möglichkeit findest, schon zu erkennen, wenn sich etwas anbahnt und ob Du an der Situation schon im Vorfeld etwas ändern kannst. Bevorzugst Du einen, den normalerweise ranghöheren?
Beobachte ihre Körperhaltungen, bevor es zu einem Kampf kommt. Ich weiß nicht, wie es bei einem authistischen Hund ist, aber man kann, sofern Hunde nicht spinnefeind sind und man merkt, es bahnt sich was an, das als Rudelführer, der ja DU bist, abwenden und neutralisieren.
Aber wie gesagt, das sind nur Tipps aus einer normalen Rudelhaltung, inwieweit Du es auf deinen Hund anwenden kannst, das vermag ich nicht zu beurteilen. Ich für meinen Teil möchte Dir nur so viel ich kann, an die Hand geben. Ob und wie man es für ein Rudel mit einem solchen Hund anwenden kann, das kann ich nicht beurteilen.
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Alt 08.02.2011, 23:00   #23
Kati
Koboldfan
 
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Siehste ... ... da geht es schon los - verschiedene Menschen, verschiedene Meinungen:
Ich z.B. (als absoluter Kastrationsbefürworter) denke, dass die Kastration Deines jüngeren Rüden vielleicht zur Entspannung der ganzen Situation beitragen wird und wenn nicht, dann hat sie zumindest ganz bestimmt nicht geschadet. Im übrigen dauert es einige Wochen, bis sich die hormonelle Umstellung bemerkbar macht .

Da die Entscheidung für die Kastration bereits gefallen ist, finde ich den Kommentar Deiner Trainerin außerdem ziemlich unpassend, denn Du wirst durch solche unbedachten Äüßerungen nur zusätzlich verunsichert. Gute Pädagogen (und das sollten Leute, die Menschen beraten und begleiten immer sein), denken sich in so einem Fall ihren Teil und setzen bei den tatsächlichen Umständen (die sich im Falle einer bereits stattgefundenen Kastration ja eh nicht mehr ändern lassen) an.

Auch mit der "Diagnose" Rangordnungskämpfe" habe ich so meine Probleme ...

Ich habe dreieinhalb Jahre mit zwei Hündinnen zusammengelebt, die leider auch nie richtig dicke Freundinnen geworden sind.
Auch bei uns gab es immer wieder Streitereien, die eine oder andere Schramme und gelegentlich auch mal blutige Ohren. Ich musste das Zusammenleben ganz klar strukturieren, um den Stress für alle Beteiligten so gering wie möglich zu halten. Ein gleichmäßiger Tagesablauf gab beiden Hunden (und mir ) Sicherheit und sorgte für innere Ausgeglichenheit.

Mir hat es geholfen absolut ritualisierte Abläufe einzuhalten und potenzielle Gefahrensituationen konsequent zu vermeiden. Es hat eine Weile gedauert, bis sich alles eingespielt hat, aber je länger frau damit zu tun hat, um so automatischer läuft alles - ich musste mir bestimmte Dinge richtiggehend wieder abgewöhnen, nachdem Jule tot war.
Bei meinen Mädels war es ganz wichtig, wer wo liegen darf, wer zuerst begrüßt wird, wer zuerst in`s Auto einsteigt. Es lag nichts herum, um das hund streiten konnte, ich musste getrennt füttern und so weiter und so fort ...

Setz Dich ganz in Ruhe hin und führe mal ein paar Tage sozusagen Protokoll. Schreib von morgens bis abends auf, was Ihr macht, wie es klappt, wo es Stress gibt, wie die Hunde reagieren usw..

Ganz bestimmt findest Du einen, nämlich Euren Weg, für ein friedliches Zusammenleben ...
__________________
Kati mit Doddi im Arm und Jule im Herzen
"Die, die wir lieben, sterben nicht von uns weg.
Sie sterben in uns hinein und bleiben als Erinnerungen für immer bei uns !"

Geändert von Kati (08.02.2011 um 23:05 Uhr)
Kati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.02.2011, 09:47   #24
Eisprinzessin
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@Beata:

Ich sehe es meist wirklich vorher. Mein junger Rüde guckt meinen Ältesten manchmal schon so komisch an, dann ging´s immer sehr schnell.
Dies habe ich natürlich auch versucht zu unterbinden, wenn ich merkte, er guckt schon wieder so komisch. Aber ich muss dazu sagen, das ich nachher dann auch schon sehr nervös war, wenn ich diese Situation sah´ und ich denke, das hat es vllt. auch noch verschlimmert!? Weil ich meine Angst und Unsicherheit auf meine Hunde übertragen habe. =(

@Kati:

Wenn es keine "Rangordnungskämpfe" sind, was denn dann?
Ich kann das nur so schwer einschätzen und ich bin auch sehr durcheinander, seitdem die Trainerin da war. Aber ich habe nun einen weiteren gefunden, der uns am Donnerstag besucht. Ich habe Angst davor, aber irgendwie, will ich seine Meinung natürlich auch wissen.

Klare Strukturen, bzw Rituale, das meinte unsere Trainerin auch, ABER bevor wir die Hunde quasi haben zusammenkommen lassen, damit sie sich das ansehen kann, bzw die Hunde beobchaten kann - Mimik, Gestik etc pp.

Wie gesagt, momentan kann ich beide Hunde nicht zusammenkommen lassen. Nur durch Trennung eines Kindergitters oder eben Maulkörbe. (die ich beiden schon schmackhaft gemacht habe, sodass sie vor denen keine Angst haben) Habe diese aber noch nicht angewandt und die Hunde mit den Maulkörben quasi in einem Raum oder auch draußen gelassen.

Geändert von Eisprinzessin (09.02.2011 um 09:48 Uhr)
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Alt 09.02.2011, 11:12   #25
Beata
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@Kati

das ist doch auch gut, daß man sich austauschen kann.

Zur Kastration ist es so, daß es zudem ein wichtiger Faktor ist, WANN kastriert wurde. Ich wußte das bisher auch nicht, aber Udo Ganßloser, der ist ja Verhaltensbiologe und referiert immer mit G. Bloch über viele Themen, der sagte zu mir, daß es ganz entscheident darauf ankommt, in welchem Hormonstatus kastriert wird, also Hormone ganz oben oder nicht, das gilt auch für Rüden. Daher gibt es das immer wieder, daß kastrierte Hunde bestiegen werden und Probleme haben.

Rangordnungskämpfe..... naja...Worte sind Worte, so wie das Wort Dominanz, welches ich nicht mag, aber im Prinzip sind es schon Rangordnungskämpfe, wenn Verletzungen mit reinspielen.

@Eisprinzessin (wie ist denn Dein richtiger Name, damit ich Dich mit Deinem Namen ansprechen kann?)
Das Verhalten des Menschen spielt eine große Rolle. Unsicherheit spielt eine große Rolle. So wie Kati schon sagt, ist ein strukturierter Ablauf mit festen Regeln sehr wichtig.

Ein Beispiel mal für Reaktionen eines Hundes auf menschliche Unsicherheit:

Mein Fiete wurde mit 11 Monaten von einem anderen Rüden sehr schwer verletzt. Das hatte zur Folge, daß Rüden Zeit seines Lebens ein rotes Tuch für ihn waren, weder Üben noch meinen anderen, die friedlich mit Rüden waren, konnten da helfen. Ich war immer angespannt, wenn ich mit ihm ging (damals wußte ich noch nicht alles, was ich heute weiß) und somit konnte ich ihm durch meine Unfähigkeit natürlich nicht helfen.
Ich ging einen Tag mit Louis, der ein Schaf war, was andere Hunde anbelangt, der war nur gut und friedlich. Es kam uns einer mit einem Rüden entgegen und ich griff die leine fester und verspannte mich. Mein taffer Louis wurde größer und größer und fing an, in sich reinzubrummen, das kannte ich von ihm gar nicht. Zum Glück fiel mir rechtzeitig genug ein, daß ich Louis an der Leine hate und nicht Fiete und enstspannte mich. das Resulatat: Louis entspannte sich auch und wir gingen alle völlig entspannt aneinander vorbei.

Es ist natürlich schlecht, wenn Du sie jetzt schon trennen mußt.

Geändert von Beata (09.02.2011 um 11:14 Uhr)
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Alt 09.02.2011, 11:50   #26
Eisprinzessin
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Mir blieb nicht´s anderes ürbig, als sie erstmal zu trennen.
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Alt 09.02.2011, 14:58   #27
gwenny
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Hallo Eisprinzessin,
ich hab eben erst gelesen, dass du Miniaturbullterrier hast. Ich habe über 20 Jahre Standard-Bullterrier gezüchtet und ich vermute, dass sich die Rassen im Verhalten nicht besonders unterscheiden, da sie auch untereinander immer wieder gemischt wurden. Ich habe unter meinen Bullis, und das waren einige, sehr unterschiedliche Charaktere gehabt, vom Lämmchen bis zum Biest. Aber unseren Welpenkäufern haben wir nie einen Rüden gegeben, wenn schon ein Rüde im Haus war. Zwei Bullterrier-Rüden, die sich im Haus verstehen sind eher die seltene Ausnahme. Da musst Du schon mächtig Glück haben. Bitte verzeiht, ich weiss das hört man nicht so gern, aber man sollte nicht vergessen, wozu die Rassen ursprünglich gezüchtet wurden. Trotz aller Mühen kommt das immer wieder mal durch,und es gibt Individuen auf die man immer ein Auge haben muss, was die Verträglichkeit angeht. Ich weiss, die gibt es auch bei anderen Rassen . Aber meine Erfahrung ist: Wenns bei den Bullis losgeht, dann ist es sehr oft schnell bitterernst und kein Geplänkel. Wir hatten eine Hündin dabei, die wir immer separat halten mussten, die hat sofort Ernst gemacht wenn sie konnte und der meistgerufene Satz in unserem Haus war: " Tür zu!!!!" Und das über 12 Jahre. Ich fürchte, das wirst Du auch tun müssen.
Ist denn der Ältere, kranke Rüde auch kastriert? Wenn nicht, könntest Du ihn vielleicht chemisch kastrieren lassen, da er ja bei seinem Herzen bestimmt keine Narkose verträgt. Vielleicht hast Du dann noch eine Chance mit den Beiden, aber auch dann würde ich sie nie ohne Aufsicht zusammen lassen.
Tut mir leid, aber das sind meine Erfahrungen. Du solltest Deinen kranken Rüden unbedingt schützen, damit Du Dir später keine Vorwürfe machen musst. Wenn er schon ein grosses Herz hat, ist die Aufregung für ihn bestimmt nicht gut.

Liebe Grüße Ulrike mit Rolli-Gwenny
gwenny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.02.2011, 16:32   #28
Beata
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Das ist auch interessant für MICH, ich schrieb ja, daß ich mich mit dieser Rasse gar nicht auskenne. Wieder was dazugelernt.

Warum ist das so? Ist es eine Eigenheit der Bullis, die schon immer so war? Womit hängt das zusammen, das würde mich sehr interessieren. Das sich zwei Bulli-Rüden im Haus nie verstehen würden....

Ist für mich auch immer wieder interessant, was bei anderen Rassen anders ist. Gibt es noch mehr Rassen, bei denen das so ist?

Geändert von Beata (09.02.2011 um 16:34 Uhr)
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Alt 09.02.2011, 17:40   #29
Eisprinzessin
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@gwenny:

Hmmm,.. erstmal DANKE für dein Posting, aber leider muss ich dir da widersprechen. Ich war auf Bullterriertreffen, wo 30 Bullterrier zusammengekommen sind und viele davon waren sozusagen ein Paar (leben zusammen in einem Haushalt) und dort gab es keine Beißerein oder Streitigkeit.
Das Bullterrier sich untereinander nicht verstehen ist mir neu - das sehe ich zudem auch ganz anders. Du hast die Erfahrung gemacht, aber wer sagt dir, das es daran gelegen hat, das es beide Bullis waren??
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Alt 09.02.2011, 17:54   #30
Eisprinzessin
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@gwenny:

Hmmm,.. erstmal DANKE für dein Posting, aber leider muss ich dir da widersprechen. Ich war auf Bullterriertreffen, wo 30 Bullterrier zusammengekommen sind und viele davon waren sozusagen ein Paar (leben zusammen in einem Haushalt) und dort gab es keine Beißerein oder Streitigkeit.
Das Bullterrier sich untereinander nicht verstehen ist mir neu - das sehe ich zudem auch ganz anders. Du hast die Erfahrung gemacht, aber wer sagt dir, das es daran gelegen hat, weil es beide Bullis waren??
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