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Alt 10.12.2010, 10:14   #1
rosanna
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Standard Peppino, der unerschrockene

Peppino, mein Terriermix, ist ja eine unerschrockene Seele. Er ist mittlerweile an 10 Jahre alt (geschätzt) und hat höchstwahrscheinlich PRA (so genau konnte es mir noch keiner sagen). Sein rechtes Auge ist bereits komplett erblindet. Links sieht er noch ein wenig, der Augendoc meinte so 30 %.

Der Herr Josef kam vor 8 Mon. bereits in diesem "Zustand" zu mir. Anfangs dachte ich poaaah ich hab da einen steinalten Hund, er bewegte sich so langsam und bedächtig und lief mir schon oft wo rein. Mittlerweile rennt er, nein er hopst, er ist ein "normaler" Hund geworden, der sich seines Lebens freut. Wir waren mit ihm auf Urlaub in Italien und ich bin mit ihm durch Assisi gelatscht - ohne Panik seinerseits, und er lief mir nirgendwo rein. Klar anstrengen tuts ihm, aber Tauben müssen trotzdem gejagt und andere Hunde lautstark begrüßt werden. Meine Hündin Foxy wäre mir aufgrund ihrer Ängstlichkeit in Assisi ausgeflippt, und die hat sehr gut gesehen. Nicht so der Peppino ...

Einzige Vorbereitung auf seine Blindheit, die ich mache ist, mit ihm zu reden, wie "Da kommen Menschen.", "Achtung Stufe", "Vorsicht laaaangsam" ...

Er zeigt keine oder kaum Angst in fremder Umgebung, erschrickt er mal, gehen wir das "Ungeheuer" dann gemeinsam erkunden. Er stellt fest, huch das war nix, und er wuselt weiter. Auch Nachts, wo er sicher fast gar nix mehr sieht ...

Ich frag mich dennoch: Wird das so bleiben, wenn auch die restlichen 30 % Sehfähigkeit weg sind? Ich lese immer wieder von totalen Verhaltensveränderungen, Ängstlichkeit, hypernervös. Machen bei Peppino diese minimale restliche Sehfähigkeit so viel aus, oder ist er wirklich so unerschrocken (ich hoffe es)? Oder wird er sich auch stark verändern? Fragen über Fragen ...


LG
Rosi & Peppino mit Katzengang
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Alt 10.12.2010, 23:29   #2
Marty
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Hi Rosi,

ich kann Dir leider nicht wirklich weiterhelfen, da ich aus der Hörnix-Fraktion bin. Es werden sich sicherlich die Sehnix-Leute noch melden.

Ich kenne allerdings ein paar blinde Hunde und die sind keineswegs ängstlich und kommen wunderbar zurecht ...

__________________
Liebe Grüße

Martina

mit den Sternenfellkindern Flöckchen, Lissy und Pucki

Tempora mutantur nos et mutantur in illis - Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen (lateinisches Sprichwort)
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Alt 11.12.2010, 11:53   #3
nico
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hallo rosi! mein nico hatte auf dem linken auge vorgeschrittenen grauenstar ,als es auf dem rechten anfing ,bin ich direkt zum augenpezialist .er hat ihm operiert. die chancen standen 50/50.leider löste sich die netzhaut,somit war er auf dem auge komplett blind.mit dem anderen sah er vielleicht noch hell oder dunkel oder vielleicht nur schatten. jedenfalls wenn er sich erschrak,weil er es zu spät bemerkte,schrie er manchmal.nach ein jahr musste ich das linke auge rausnehmen lassen und er war komplett blind. er kam in seiner gewohnten umgebung sehr gut zurecht und das komische war ,das er wenn er mal irgendwo gegenlief,kein wort sagte.vom wesen war er der gleiche nette und liebe hund geblieben,wie er immer war.ich schreibe in der vergangenheit,weil ich ihn vor 11 wochen erlösen musste.schönes wochenende TINI
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Alt 12.12.2010, 16:07   #4
Laila
Blindehundefan
 

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Hallo Rosi,

dein Peppino ist ja ein ganz toller Terrier und richtig typisch für diese Rassemischung.

So wie du ihn beschriebst war meine Laika auch, bis sie plötzlich ganz blind wurde (akuter Glaukomanfall). Seither geht das Leben bei uns etwas langsamer und vorsichtiger voran, was allerdings nicht heist, das sie nicht überall dabei sein möchte... Nach ihrer Erblindung ist sie erstmal in ein dunkles Loch gefallen und wollte garnicht mehr raus gehen. Nur das habe ich nicht zu gelassen und so sind wir nach und nach weitere Strecken wieder gelaufen. Auch war sie extrem Zickich (allerdings ist sie ja eine Lady), wenn andere Hunde kamen. Dies hat sich mittlerweile, unterstützt mit viel Training, wieder gegeben. Im Haus ist es so, das sie manchmal irgendwo gegen läuft oder auch schon mal Orientierungsschwierigkeiten hat (hier läßt sich sich sehr gut lenken). Das was mir noch einfällt, was ich in der Anfangphase ihrer Blindheit wirklich brauchte, ist der Satz (wenn sie z.B. irgendwo vor gelaufen ist): Ups, ist was passiert?? und bin dann direkt zur normalen Tagesablauf übergegangen. Also alles in Allem versuche ich so normal wie möglich mit ihr umzugehen und dann klappt das Zusamenleben sehr gut.

Deine Idee mit den Kommandos vorher ein zu üben finde ich gut. Guck auch mal hier unter blinde Hunde, Erziehungstipp; da hatten wir mal ein paar Hörzeichen zusammen gefasst, vielleicht hilfen sie dir das weiter...

So nun hoffe ich das ich dir mit meinem kleinen Bericht ein bisschen bei deinen Fragen helfen konnte. (Wenn nicht frag weiter....) Allerdings hat dein Süßer ja noch 30% und keiner weiß wie lange und somit hoffe ich das sie noch lange bei Peppino erhalten bleiben.
__________________
Liebe Grüße
Claudia

Und Laika im Herzen
Auch Blinde können sehen, nur anders.
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Alt 24.12.2010, 11:59   #5
rosanna
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War vorgestern mit unserer Knutschbohne bei meiner Tierärztin, da ich befürchtete er kriegt ein Glaukom. Das Auge war rot und ist etwas ruhiger als sonst. Festgestellt wurde ein Augenentzündung, woher die auch immer kommt und eine Mandelentzündung (der Kleine hat wohl zu viele "Eisäpfel" gegessen ...). Der Augendruck ist normal - GsD. Meine Tierärztin hat sehr sorgfältig kontrolliert. Nächste Kontrolle ist Anfang/Mitte Jänner.

Jedenfalls meine Tierärztin hat ihn genau untersucht und mich dann erstaunt angesehen: "Sind sie sicher dass Ihr Hund überhaupt noch was sieht?" Nun ja, kann schon sein dass sich seit der letzten Untersuchung seine Sehfähigkeit vermindert hat, aber aufgefallen ist mir echt nix.

Es macht mich einerseits traurig, dass er jetzt offensichtlich wirklich in vollkommener Dunkelheit lebt, anderseits bin ich echt glücklich und stolz auf meinen Buben, dass er so gut damit umgehen kann.

Einziges "Verhaltensproblem" dass wir haben und sich in letzter Zeit verstärkt hat: Leinenpöbeln. Ich bin mir sicher er tut es aus Unsicherheit, sobald er einen anderen Hund wahrnimmt. Er kann ja nicht die Signale des anderen Hundes lesen und da wird halt mal vorsorglich gekläfft und gestänkert was das Zeug hält. Wir weichen meistens aus und mit Füttern kann ich ihn sehr gut ablenken, aber immer ist Frauli halt nicht so auf Zack und immer geht es nicht. Da muss uns noch was einfallen.

Derzeit haben wir eine Pflegehündin im Haus, der Kleine ist bis über beide Ohren verknallt und ein absoluter Gentlemen.
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Alt 25.12.2010, 00:11   #6
zwerg
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Hallo Rosanna,
da habe ich auch immer Angst, dass Blacky einmal Glaukom bekommt aber bis jetzt sieht es nicht danach aus und ich hoffe, dass das auch so bleibt!!!!
Manchmal habe ich das Gefühl, dass Blacky noch hell und dunkel unterscheiden kann, wenn er in die Sonne "sieht" binzelt er meist.
Aber sicher bin ich mir da nicht!!!
Und JA, auch mich macht es stolz, wie Blacky mit seiner Behinderung umgeht !!!!

Dein "Verhaltensproblem" haben wir auch, zwar nicht unbedingt an der Leine aber auf unserem Hof.
Wenn er rauskommt, macht er sofort Palaver und hört auch so schnell nicht auf. Früher war er immer unser "Aufpasser" und hat Palaver gemacht, wenn jemand (ein anderer Hund) an seinem Revier vorbeikam.
Jetzt bellt er grundsätzlich aber ich denke, dass es auch hier Unsicherheit ist.
Wie ich das bei ihm wieder raus kriege weiß ich leider selbst noch nicht:-((

Liebe Grüße
Marion
mit Blacky, Jenny, Gismo und Eros im Herzen
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