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Alt 08.03.2010, 12:31   #1
Biene
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Hallo liebe Fories,

ich bin neu hier und hab gleich ein Problem.
Ich bin mit der beginnenden Schwerhörigkeit? unserer Biene etwas überfordert und weiß nicht wie ich ihr helfen kann.
Unsere Biene ist seit einigen Wochen nun völlig blind und jetzt läßt wohl auch ihr Hörvermögen nach? (bin mir nicht ganz sicher, da sie teilweise noch auf leise gesprochene Komandos reagiert oder das Rascheln einer Tüte usw.) Nach der Diagnose PRA (vor 3 Jahren) haben wir schon Komandos eingeübt die ihr bei der Orientierung helfen sollten wenn sie ganz erblindet ist. Nun hört? sie leider auf meine Komandos oft nicht mehr und rennt draußen gegen Hindernisse (Zäune, Sträucher, fällt in Gräben usw.) und auch im Haus ist sie manchmal ganz orientierungslos und stößt sich jetzt oft an.
Spaziergänge mache ich momentan nur noch angeleint mit ihr.
Ein Problem gibt es auch in unserem großen Garten, da rennt sie jetzt oft ungebremst in Sträucher oder "fällt" bei der Gartentreppe die erste Stufe runter da sie das Komando nicht hört.
Nun habe ich erstmal einen Termin beim TA um ihr Hörvermögen testen zu lassen.
Vielleicht habt ihr noch Tips wie ich meinem Hund helfen kann, denn sie tut mir sehr leid wenn sie oft so hilflos dasteht oder sich mal wieder heftig gestoßen hat.

Liebe Grüße
Gisela
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Alt 08.03.2010, 21:39   #2
Kati
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Hallo Gisela !
Ich würde auch auf alle Fälle erst einmal medizinisch abklären, wie es hörtechnisch um Biene bestellt ist ... und bestimmt bekommst Du dann hier auch noch den einen oder anderen hilfreichen Tipp für den Alltag !
Liebe Grüße
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Kati mit Doddi im Arm und Jule im Herzen
"Die, die wir lieben, sterben nicht von uns weg.
Sie sterben in uns hinein und bleiben als Erinnerungen für immer bei uns !"
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Alt 08.03.2010, 22:14   #3
skyline
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Hallo Gisela,

zunächst einmal finde ich gut, dass Du die Hörfähigkeit überprüfen lässt, denn gerade bei Hunden mit mehreren Einschränkungen kann das für den Alltag wichtig sein.

Als Sky zu uns kam hieß es, er sei blind und fast taub.
Nach einigen Wochen hatten wir aber zunehmend den Eindruck, dass er auch auf leise Geräusche reagiert und uns auch auf das Rufen draußen sucht, aber die Richtung nicht zuordnen kann.

Bei der audiometrischen Messung wurde dann festgestellt, dass Sky einseitig taub ist - ihm fehlt also das räumliche Hörvermögen.

Du schreibst, dass Biene erst seit einigen Wochen vollkommen blind ist.
Vielleicht muss sie sich an die neue Situation erst noch gewöhnen und vielleicht bestätigst Du sie unbewusst in ihrer Unsicherheit .

Mich wundert jetzt ein bisschen, dass sie sich in bekannter Umgebung nicht zurecht findet.
Hat sie sich sonst frei im Garten bewegt?
Welche Kommandos hast Du trainiert? Wie lange kennt sie die Kommandos - hat sie sie wirklich verknüpft oder das bisher mit der restlichen Sehkraft ausgeglichen?
Ist nur eine Idee - Sky braucht manchmal lange, bis er etwas sicher verknüpft hat, so geht er z.B. erst seit ein paar Wochen auf das Kommando "Spieli suchen" allein los und holt es.
Außerdem muss ich auch die Kommandos, die ich nicht so häufig brauche, immer zwischendurch wiederholen, damit im Ernstfall z.B. ein "Platz" wirklich überall ein sofortiges Platz ist.

Versuch bitte, kein Mitleid zu zeigen - ich weiß, das ist ganz schwer, aber Du musst versuchen, ihr Sicherheit zu geben, d.h., dass Du nicht bei jedem Aufprall zusammenzucken darfst, sondern Deinem Hund ein "ist ok" gibst.

Nimm sie z.B. an die Leine und laufe ganz systematisch den Garten mit ihr ab und führe sie langsam an die Hindernisse heran.
Auf den Spaziergängen würde ich sie ebenfalls angeleint lassen.

Wenn sich die Orientierungslosigkeit nicht gibt, würde ich das nochmal mit dem TA besprechen - ich weiß nicht, wie schnell sich ein Hund, der vorher sehen konnte, an die Blindheit gewöhnt, denn Sky ist von Geburt an blind und bewegt sich auch in fremder Umgebung ziemlich sicher.

Sicher haben die anderen noch Tipps, wie es für Euch leichter wird, ich bin mir ganz sicher, dass Ihr das schafft .
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Liebe Grüße
Petra mit dem gemischten Doppel Unkas und Makawi sowie Sky (blind) und Jette (taub)

Für Trixi, unvergessen:
Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir ungefragt weggehen und Abschied nehmen müssen.
(Albert Schweitzer)


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Antoine de Saint-Exupéry)
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Alt 09.03.2010, 09:10   #4
Laila
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Hallo Gisela,

schön das du zu uns gefunden hast und will dir auch mal meine Gedanken zu dem Problem schreiben.

Zu erst finde ich es ganz toll, das du das medizinisch abklären läßt. Denn das ist für dich und deinem Hund gut und ihr wißt wo ihr dran seit.

Ferner habe ich mit meiner Laika auch, dies ist von ihrer Tagesform abhängig, so ähnliche Probleme. Oft nehme ich sie dann an die Leine und gebe ihr klar zu verstehen, das ich ihr damit helfen will damit sie nicht gegen etwas rennt. Ferner ist jetzt auch zu bedenken, das die Sonne (sie steht im Augenblick ungünstig für die Hundeaugen, da hat mich mal ein TA drauf gebracht) ganz komisch, das die Tiere fast geblendet werden und dadurch die letzte, eventeull vorhanden Sehkraft, so gebrochen wird, das der Hund nichts sieht. Hoffentlich habe ich das jetzt einigermaßen erklärt, da ich das Thema etwas kompleziert finde... Auf jeden Fall würde ich dieses auch noch bedenken.

Was ich aber ganz wichtig finde und das mache ich auch so bei meinem Hund, ich gehe ganz selbstverständlich mit dir damit um. Irgendwie lößt das viele kleine Probleme und wir kommen gut damit zu Recht.

Die vorherige Idee von Skyline deinen Hund an die Leine zu nehmen und den Garten neu zu zeigen, finde ich sehr gut. Vielleicht kannst du auch einige Dinge durch zusätzliches Steicheln positiv unterstützen? Ich denke, da kannst du deinen Ideen freien lauf lassen.
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Liebe Grüße
Claudia

Und Laika im Herzen
Auch Blinde können sehen, nur anders.
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Alt 09.03.2010, 14:03   #5
Biene
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Hallo,

Danke,
nun erstmal zu den Fragen.

Zitat:
Mich wundert jetzt ein bisschen, dass sie sich in bekannter Umgebung nicht zurecht findet.
Hat sie sich sonst frei im Garten bewegt?

Ja, sie hat sich immer frei im Garten bewegt aber ich denke momentan macht ihr die Schneedecke (Geruchstechnisch) die Orientierung schwer. Wir müssen jetzt mal abwarten wenn der Schnee weggetaut ist wie es dann mit der Orientierung aussieht. Der Tip an der Leine den Garten "neu" erkunden finde ich gut und werde ich mit ihr machen.

Welche Kommandos hast Du trainiert?

Ich habe mit ihr die Kommandos "Halt", "Vorsicht", "Langsam", "Rechts", "Links" und "Treppe" eingeübt.

Wie lange kennt sie die Kommandos - hat sie sie wirklich verknüpft oder das bisher mit der restlichen Sehkraft ausgeglichen?

Wir üben die Kommandos seit drei Jahren in unterschiedlichen Gegenden und bisher hat sie sie auch immer gut befolgt. Wenn sie sich auf mich konzentriert klappt das auch mit den Kommandos, nur oft eben jetzt auch nicht, sie wird dann hektisch und rennt orientierungslos irgendwo gegen oder in die falsche Richtung.
Auch im Haus sind manchmal solche Situationen wo sie offensichtlich nicht weiß wo sie sich gerade befindet und kann auch meine Stimme nicht orten. Ich führe sie dann zu einem "Ausgangspunkt" den sie kennt (z.B. ihr Körbchen) dann geht es wieder.
Wenn ich das so über Sky lese, glaube ich fast das unsere Biene einseitig nichts hört (sie hatte immer wieder mal im rechten Ohr Entzündungen und der TA meinte das es sein kann das sie auf dem re. Ohr mal taub wird) und dadurch die Richtung nicht zuordnen kann.
Wir werden das abklären lassen und mit dem TA besprechen.
Wahrscheinlich bestätige ich sie auch noch in ihrer Unsicherheit da es für uns auch eine neue Situation ist an die wir uns erst gewöhnen müssen. Wir werden unsere Biene, soweit es uns möglich ist, dabei unterstützen sich zurecht zu finden.
Ich hab ja nun schon einiges hier gelesen und so manchen guten Beitrag gefunden der uns weiterhilft.


Liebe Grüße
Gisela
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Alt 09.03.2010, 14:48   #6
skyline
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Hallo Gisela,

fällt mir grad noch ein - dreht sich Biene denn viel im Kreis?
Und wenn ja, ist es immer die selbe Seite?

Sky dreht sich auch heute noch relativ viel und zwar ausschließlich über die rechte, also seine hörende Seite.

Ich glaube, solange ein Hund sehen kann, fällt eine einseitige Taubheit u.U. gar nicht auf, weil der Hund das fehlende räumliche Hörvermögen ausgleichen kann. Zusätzlich zur Blindheit ist es zwar anfangs etwas schwieriger, wenn der Hund die Kommandos beherrscht aber durchaus machbar.

Ich drücke Euch die Daumen für die Untersuchung und halt uns bitte auf dem Laufenden, ja?
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Alt 10.03.2010, 11:10   #7
Biene
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Hallo Petra,

nein, Biene dreht sich nicht im Kreis.
Wenn sie sich nicht orientieren kann wird sie hektisch und rennt erstmal gegen alles was im Weg ist und je öfter sie sich stößt desto hektischer wird sie und "hört" mich dann auch nicht.
Morgen vormittag haben wir den TA-Termin, ich werde berichten was die Untersuchung ergeben hat.

LG
Gisela mit Biene
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Alt 10.03.2010, 13:08   #8
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Hallo Gisela,

hier werden alle Daumen für die Untersuchung gedrückt .
Bin schon gespannt, was Du berichtest.
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Alt 10.03.2010, 22:24   #9
Kati
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Alt 19.03.2010, 18:08   #10
Biene
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Hallo,

nachdem wir nun die Hörfähigkeit bei Biene mittels audiometrischer Messung abklären ließen, hat sich folgendes herausgestellt.
Biene ist auf dem rechten Ohr so gut wie taub, dadurch fehlt ihr das räumliche Hörvermögen und kann deshalb auch die Richtung aus der das Geräusch/Stimme kommt nicht zuordnen. Da wir schon immer Fährtensuche und dergl. gemacht haben werden wir den "Naseneinsatz" nun im Alltag weiter ausbauen. Langsam gewöhnt sich Biene auch daran das sie garnichts mehr sieht und bewegt sich schon viel sicherer, zumindest in bekannter Umgebung. Unsere Spaziergänge machen wir nur angeleint und auch wenn wir im Garten unterwegs sind hab ich sie mir sozusagen erst mal "ans Bein gebunden" bis sie sich da auch wieder besser zurecht findet.

Liebe Grüße
Gisela mit Biene
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