Behinderte Hunde Forum

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Alt 12.05.2006, 00:16   #1
Ina
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Standard schleichender Zerfall

Hi Ihrs,
ich weiss nich ob das nu hier in der richtigen Rubrik ist, falls nicht bitte verschieben...
Ich weiss nicht was schlimmer ist, der plötzliche, unerwartete "Verlust" eines geliebten Tieres, oder der langsame, schleichende "Verlust".
Ich habe eigene Hunde und auch Katzen völlig unerwartet verloren und ich habe eigene Hunde und auch Katzen "schleichend verloren".
Mit völlig unerwartet meine ich junge Tiere, die durch Krankheit oder Unfall starben,eben völlig unerwartet von jetzt auf gleich - mit schleichend meine ich den langsamen "Zerfall", den das Alter einfach mit sich bringt.
Der Tod ist immer schlimm und er kommt immer zu früh, aber mich bewegt im Moment einfach gerade meine alte Dana...
"Gestern noch" war dies kein Problem, "heute" geht dies nicht mehr, man versucht zu helfen, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, man unterstützt...
Man weiss, der Prozess ist fortschreitend und gehört einfach dazu, denn älter werden wir alle - und doch erwischt man sich immer wieder dabei, wie die Angst im Nacken sitzt...
Man weiss, alle diese Seelen sind nur für eine bestimmte Zeit bei uns und man weiss, daß der Weg zur Regenbogenbrücke kürzer wird, weil man stetig einen Schritt näher an die Regenbogenbrücke tritt.
Die Zeit der guten Tage wird kürzer, die Zeit der schlechten Tage nimmt zu...und mit ihr die ANGST...
Sehe ich meine alte Dana, frage ich mich wo die Zeit geblieben ist und doch bin ich dankbar um jeden Tag, den sie bei mir ist, denn ich weiss, daß mein altes Mädchen mir schon mehr Zeit geschenkt hat, als mancher Leonberger bereit ist zu geben.
Vieles, was immer "normal" war, schafft sie heute nicht mehr. Wir haben uns darauf eingespielt, funktionieren...und doch tut es weh. Es tut einfach weh zu sehen, wie sie nicht mehr alles kann, was in jungen Jahren kein Problem war.
Wir wohnen ebenerdig, aber in den Garten sind es 5 Stufen, wir haben eine Rampe gebaut, die sie nicht akzeptieren will, daraus habe ich gelernt, jeder weitere Hund wird lernen, daß eine Rampe nicht "böse" ist...Dana geht weiterhin lieber die Stufen, was widerum manchmal nur mit Hilfe klappt.Sie geht die Stufen allein bricht aber ab und an in der Hinterhand einfach ein und wir haben gelernt, daß sie die Stufen nur mit"Bodyguard" geht, falls was ist...
Das alles machen wir möglichst unauffällig, weil Dana durch ihren Altersstarrsinn leider auch immer meint sie könne alles allein - dies ist aber leider nicht so.
Dana sitzt auch öfter auf der Couch, das macht sie wie eine richtige Dame indem nur ihr dicker Po auf der Couch sitzt und die Vorderpfoten auf dem Boden bleiben, das wurde aber leider vor kurzer Zeit zum Problem da wir einen scheiss schweren Truhencouchtisch haben und sich dieser nich so leicht bewegen lässt...Dana verfehlte mit ihrem Po die Couch und fiel zwischen selbige und Tisch - Folge - sie kam nicht mehr hoch, geriet in Panik...ich versuchte verzweifelt meine 61kg Dana wieder auf die Füsse zu kriegen, was mir nicht gelang und erst als ich meinen Mann aus dem Bett holte, konnten wir Dana wieder aus dieser Situation befreien...
Jeden Tag geschehen neue Situationen mit denen wir uns auseinandersetzen müssen - das ist ok, aber es tut eben weh, denn ich weiss, daß unser Weg immer kürzer zu werden droht.
LG
Ina
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Alt 12.05.2006, 17:19   #2
Marty
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Standard Re: schleichender Zerfall

Hallo Inalein,

mir fehlen die Worte, das ist eine wunderschöne Liebeserklärung an Deine Dana [img][/img] - wenn auch eine traurigstimmende ...

Fühl Dich mal ganz feste gedrückt.

Ganz liebe Grüße

Martina
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Liebe Grüße

Martina

mit den Sternenfellkindern Flöckchen, Lissy und Pucki

Tempora mutantur nos et mutantur in illis - Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen (lateinisches Sprichwort)
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Alt 12.05.2006, 23:09   #3
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Standard Re: schleichender Zerfall

Liebe Ina,

oh, wie gut ich Deine Ängste und Sorgen verstehen kann....schnief...mir kullern jetzt noch die
Tränen....besser hätte man es nicht in Worten fassen können....
Meine Hunde sind mein "Ein-und-Alles"....ich denke mit Schrecken an diese noch vor uns
liegenden Zeiten....Wenn ein Hund jung und gesund ist, ist alles supertoll, wird er alt und / oder krank, reißt es einem das Herz heraus....

Liebe Grüße

Vera & Dana & Spiki
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mit
dem kleinen, gehbehinderten JRT-Rüden Spiki (PL operiert) und
Dana, meiner blinden
Hündin ( † 12.11.09 um 18.45 Uhr ) • Dana, I miss you so much •

"
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.“ (Aldous Huxley)

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Alt 14.05.2006, 23:21   #4
Isis
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Standard Re: schleichender Zerfall

</span></p><div style="margin:20px; margin-top:5px"><span class="smallfont">Zitat:</span><table class="tablebgcolor" cellpadding="4" cellspacing="1" border="0" width="100%"><tr class="quotecolor"><td><span class="normalfont">
Vera schrieb am 12.05.2006 21:09
Liebe Ina,

oh, wie gut ich Deine Ängste und Sorgen verstehen kann....schnief...mir kullern jetzt noch die
Tränen....besser hätte man es nicht in Worten fassen können....
Meine Hunde sind mein "Ein-und-Alles"....ich denke mit Schrecken an diese noch vor uns
liegenden Zeiten....Wenn ein Hund jung und gesund ist, ist alles supertoll, wird er alt und / oder krank, reißt es einem das Herz heraus....

Liebe Grüße

Vera & Dana & Spiki</span></td></tr></table></div>

<span class="normalfont">




Liebe Ina,
ich zitiere einmal Vera's Beitrag zu deinem Beitrag, denn Ihr sprecht mir aus der Seele, denn auch ich sehe jeden Tag, dass unser gemeinsamer Weg kürzer wird und es tut unendlich weh [img][/img] [img][/img]
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Alt 22.01.2007, 19:47   #5
Fuchur
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Standard Re: schleichender Zerfall

Hallo Ina und die anderen!

Du hast es so treffend geschrieben!

Als ich die ersten Spaziergänge mit meinem Fizzy machte, erinnere ich mich, wie ich damals noch sein Alter in Wochen engegeben habe.
Irgendwann war es ein Jahr, dann Jahre!
Ich hatte damals schon Panik, ihn mit 14 Jahren zu verlieren und da war er gerade mal ein paar Wochen alt.
Irgendwann hatte ich mich dann beruhigt und mir gesagt, daß 14 Jahre eine sehr, sehr lange Zeit sind.

Wo ist die Zeit nur geblieben?

Wir haben "unsere" gemeinsame Zeit schon lange überschritten.
Und obwohl ich dankbar sein müßte, habe ich wieder panische Angst!

Ich versuche nicht daran zu denken und konzentriere mich auf unsere Zukunft!
Wenn Fizzy eine gute Woche hatte, bin ich gut drauf.
Macht er "Mätzchen" - sprich: pnkelt er scheinbar unkontrolliert vor sich hin..., dann geht`s mir schlecht!

Ich habe damals, als ich mich dazu entschloß einen Hund haben zu wollen, nicht gewußt, daß Tiere so krank werden können!

Da haben wir ja noch richtig Glück gehabt, Fizzy kann erst seit 1,5 jahren nicht mehr alleine laufen, nachdem er auf dem Laminat ausgerutscht ist.

Sieht man sich die Tiersendungen im TV an, lernt man schnell, daß schon ganz junge Tiere böse Krankheiten und Leiden haben.

LG
Ariane & Fizzy
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Alt 23.01.2007, 23:06   #6
Bibi
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Standard Re: schleichender Zerfall

Das tut mir so schrecklich leid und ich weiß nicht, was ich sagen soll! Ich habe einen dicken Kloß im Hals und werde ihn nicht mehr los! [img][/img]

Laika war unser erster Hund und ich mache mir schon vom ersten Tag an Gedanken wie ich ohne sie auskommen soll, wenn sie gehen muss! Da war sie gerade 16 Wochen alt! [img][/img]

Nun ist sie schon 2 Jahre! Für viele von euch natürlich noch sehr jung, aber ich erschrecke mich oft, da ich mich oft frage wo die Zeit geblieben ist! Sie rast so schnell! Bei Kindern rast die Zeit schon so, aber bei Hunden ist es noch viel schlimmer.

Nun haben wir seit einem halben Jahr (schon wieder [img][/img] ) unseren Dusty! Er ist älter und aufgrund seines fehlenden Beinchens auch anfälliger für verschiedene Gebrechen wie z.B. Arthrose. Jetzt mache ich mir noch mehr Gedanken um meine Hundis!

Ich habe Angst vor der Zeit, wenn sie alt und gebrechlich werden und ich bewundere sehr wie ihr damit umgeht. Ich hoffe, dass man in diesen schleichenden Prozess "reinwächst" und ich später auch eine so liebvolle und fürsorgliche Hundemama sein kann wie ihr es seid! Ich hoffe sehr, dass diese Zeit noch ganz, ganz lange dauert!
Allerdings ist mir so ein langsamer Tod aufgrund Altersgebrechen lieber als ein plötzlicher oder früher tod durch einen Unfall oder Krankheiten. So kann man sich langsam auf den Abschied vorbereiten und man kann den Hund ruhigen Gewissens gehen lassen, da man weiß, dass er ein schönes und erfülltes Leben hatte!
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Alt 23.01.2007, 23:23   #7
Marty
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Standard Re: schleichender Zerfall

Hallo Bianca,

keine Sorge, Du stehst nicht alleine mit solchen Gedanken da.

Flöckchen kam als Welpe im Jahr 1999 [img][/img] zu uns, Pucki ein Jahr später mit ca. 1.5 Jahren - unser Lissy 2001 ebenfalls mit ca. 1.5 Jahren ...

Im Februar wird Lissy 7 Jahre alt [img][/img] und im April Flöckchen und Pucki 8 Jahre [img][/img]

Meine ältere Tochter wird im Mai 25 [img][/img] und die jüngere im Juli 24 [img][/img]

Wo die Zeit geblieben ist???? Ich weiß es nicht [img][/img]

Erschreckend ist es auf jeden Fall ...

Ich habe ebenfalls panische Angst vor dem Tag X, darf gar nicht daran denken. Aber ich bin überzeugt, dass uns die Hundis führen werden, wenn sie alt und gebrechlich werden und wir sicherlich ebenfalls in diese Aufgabe hineinwachsen werden.

Nachdenkliche Grüße

Martina
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Alt 24.01.2007, 07:53   #8
Pearl
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Standard Re: schleichender Zerfall

Unsere Schäferin wird im März 14Jahre, ein sehr stolzes Alter wie wir finden.
Vor zwei Jahren hatte sie den Schlaganfall und ich hatte nicht zu hoffen gewagt, sie noch so lange bei uns haben zu dürfen.
Sie hat ihre Probleme, altersbedingt. Die Gelenke, obwohl sie auch da noch Glück hat und nicht dieses Fließheck hat. Auch die Altersdemenz hält sich im Rahmen.
Ein Leben ohne dieses wunderbare Mädchen kann und will ich mir gar nicht vorstellen. [img][/img]
Muß sie halt steinalt werden. [img][/img]
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Alt 27.01.2007, 21:53   #9
Ina
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Standard Re: schleichender Zerfall

Ihr Lieben,
keine ANGST, man wächst da rein - ehrlich.
Ich weiss auch nicht wo die letzten 12 Jahre geblieben sind und das Altern meiner Dana war ein schleichender Prozess.
Sicher, nicht jeden Tag ist "Mensch" gleich gut drauf, nicht jeden Tag kann man damit "locker" umgehen, aber wir gehen bewusst fröhlich mit Dana in jeden neuen Tag und wir sind dankbar für jeden Tag, den sie uns schenkt.
Sicher, nicht alles geht mehr so wie in jungen Jahren, aber Dana albert oft herum und hat Spass, auf ihre Weise eben und das gibt uns Kraft, denn Dana akzeptiert ihr Alter, für sie ist alles ok so wie es ist.
Seid nicht traurig oder ängstlich denn Alter ist keine Krankheit sondern will nur akzeptiert werden, auch wenn dies manchmal traurig macht, so ist auch sehr viel Vertrautheit und Dankbarkeit dabei...
LG
Ina
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Alt 31.01.2007, 12:36   #10
Jürgen
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Standard Re: schleichender Zerfall

Hallo,

Felix ist jetzt 8 1/2 Jahre und man bemerkt das Alter und seine Spondylose die immer schlimmer wird.
Einerseits tun mir Situationen wie kürzlich sehr weh als er es nicht mehr schaffte ins Auto zu springen und uns traurig ansah.
Auch die Spaziergänge haben wir kürzen müssen da er nur noch 2 mal am Tag eine große Runde schafft.
Das sind Momente die mir weh tun.

Zum anderen sehe ich das aus dem Hund der so viel Angst hatte und am liebsten unter der Grasnarbe gelaufen wäre ein in sich ruhender Hund geworden ist der sich sogar vor den Rasenmäher legt. Ohne Felix hätten wir es nie so gut mit den Angsthunden Perry und Maja geschafft. Beide suchen seine Nähe wenn ihnen etwas unheimlich ist.

Wenn ich sehe wie schnell die letzten Jahre mit Felix vergangen sind, und ausrechne das er vielleicht noch drei bis fünf Jahre hat macht es mich traurig ihn irgendwann zu verlieren. Ich kann mir ein Leben ohne Felix inzwischen einfach nicht mehr vorstellen.

Gruß
Jürgen
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