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Alt 25.03.2010, 14:45   #1
cadisha
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Standard Ein Blindenhund für einen blinden Hund? Oder besser nicht?

Hallo an alle!

Ich habe da mal `ne Frage und hoffe auf Eure Erfahrungsberichte.

Hat jemand von Euch sich, nachdem sein Hund erblindet ist, einen zweiten Hund quasi zur Unterstützung des ersten erblindeten Hundes angeschafft? Ist so etwas ratsam?

Mein Spike ist vor zwei Wochen erblindet und muss sich noch an diese Situation gewöhnen. Zeitweise ist er richtig gut drauf und man merkt ihm gar nichts an, dann wieder ist er völlig orientierungslos und zieht sich in sich zurück. Dann merkt man ihm an, wie traurig er über die Situation ist.

Wenn er jedoch mit anderen Hunden spielen kann, ist er der alte fröhliche Spike. Er ist zwar vorsichtiger und nicht mehr so quirlig wie vor der Erblindung, spielt aber trotzdem, sobald sich die Gelegenheit bietet (allerdings nur mit seinen bekannten Hundefreunden, bei fremden Hunden ist er erstmal sehr verhalten bis biestig).

Da wir im Herbst in ein Haus umziehen, das wir gerade umbauen und dann `ne Menge Platz und auch einen Garten haben, haben wir jetzt überlegt, dann einen zweiten Hund anzuschaffen, an dem sich Spike dann orientieren kann.

Ist sowas ratsam? Hat jemand Erfahrungen damit? Sollte man besser einen erwachsenen Hund holen, oder einen Welpen, der dann von klein auf lernt, dass man auf den blinden Hundekumpel Rücksicht nehmen muss?

Fragen über Fragen.....

Liebe Grüße von Kerstin und Spike
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Alt 25.03.2010, 20:06   #2
Kim
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Zitat:
Zitat von cadisha Beitrag anzeigen
dann wieder ist er völlig orientierungslos und zieht sich in sich zurück. Dann merkt man ihm an, wie traurig er über die Situation ist.
das ist zu menschlich gedacht.
Ich spreche Hunden viel zu, auch an Emotionen, aber Traurigkeit über ihre Situation empfingen, nein, das können Hunde nicht.

Ich sehe das als Verunsicherung an und da kannst Du Deinem Hund gut bei helfen. Nicht mit Trost, denn das empfindet der Hund nur als Bestätigung für seinen momentane Situation.

Zitat:
Ist sowas ratsam? Hat jemand Erfahrungen damit? Sollte man besser einen erwachsenen Hund holen, oder einen Welpen, der dann von klein auf lernt, dass man auf den blinden Hundekumpel Rücksicht nehmen muss?
In erster Linie müsst IHR wirklich einen zweiten Hund wollen und das für Euch.

Einen Welpen dahingehend zu trainieren von klein an, dafür ist ganz viel Wissen und Erfahrung nötig. Dazu kommt die lange Zeit die man braucht um einen Welpen groß zu ziehen. Bis der blinde Hund sich an dem orientieren kann gehen sicher 3 Jahre ins Land, denn vorher ist jeder Jungspund pubertär bis aufsässig und muss ganz arg viel lernen.

Bei mir lebten schon zwei Hunde als meine blinde Jamie einzog. Daran gedacht das ich einen dazu trainieren könnte Jamie zu helfen habe ich nicht. Es ergab sich allerdings von selbst das mein Schäfer-Mix Aaron sich Jamie annahm und sie ihrerseits wählte ebenfalls Aaron an dem sie sich orientierte. Anfangs, nach einiger Zeit ließ das nach und sie wurde extrem selbstständig. Aaron bewahrte sie von sich aus, ohne das ich dafür was tat, vor Abhängen, etc... Ich denke es lag einfach in seiner Natur, als Schäferhund beschützt und bewacht man ja gerne.

Den einzigen Tipp den ich Dir geben kann. Gehe ins Tierheim und schaue Dich um. Schildere Deinen Fall und warte ob sie dort was ergibt. Ich halte einen erwachsenen Hund für weitaus besser als einen Welpen. Es muss bei den Hunden passen, das ist super wichtig und dafür sollte man schon einige Male zusammen was unternehmen und schauen wie die Hunde reagieren.

Mehr fällt mir momentan nicht ein.
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liebe Grüße Heike mit
Jamie, Aston, Indiana und
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sowie 6 Hühner und 1 Hahn, 3 Kaninchen, 17 Schafe und 17 Rinder

Die Wahrheit siegt durch sich selbst. Eine Lüge braucht stets einen Komplizen.

(Epiktet)






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Alt 25.03.2010, 21:47   #3
Kati
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Ich würde mir in der neuen Situation, in der Ihr Euch gerade befindet, keinen zweiten Hund dazu holen.

Erfahrungsgemäß gewöhnen sich Hunde schneller an ihr blindes Leben, als wir Menschen uns das vorstellen können und sehr wahrscheinlich sieht es in ein paar Wochen bei Euch schon wieder ganz anders aus.
Ein zweiter Hund bedeutet eine zusätzliche Verantwortung und Aufgabe - für Euch und auch für Euren Hund. Und ich denke, Ihr habt im Moment genug zu tun, um mit der neuen Situation klar zu kommen ...
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Alt 25.03.2010, 22:49   #4
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Huhu Kerstin,

es ist meiner Meinung nach nicht zwingend erforderlich das ein blinder Hund einen weiteren Hund haben muß um klar zu kommen.

Lucky ist jetzt seit 10 Jahren bei uns und kommt auch ohne Hundekumpel hervorragend klar.

Ich habe damals auch überlegt einen 2. Hund zu nehmen, habe mich aber dagegen entschieden, weil ich Zweifel hatte mit 2 Hunden klar zu kommen.

Wenn dein Hund nicht blind geworden wäre, hättest du dir dann einen 2. Hund angeschafft?

Ich denke dein Hund schafft das auch alleine, er hat seine Kumpels zum spielen und ansonsten hat er dich. Vielleicht würde er auch garnicht darüber erfreut sein wenn jetzt plötzlich noch ein Hund bei euch einzieht, im Moment denke ich würde er es ehr als stressig empfinden.

Aber die Entscheidung liegt natürlich ganz bei dir alleine, du mußt wissen was das beste für deinen Hund ist.
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Liebe Grüße
Beate
mit Lucky im Herzen † 12.01.2012

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. (Christian Morgenstern)
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Alt 26.03.2010, 07:55   #5
Inge
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Schwierige Sache.

Vorweg: Den zweiten Hund müsst Ihr wollen, aber nicht mit diesen Ziel und Zwang.
Ich bin seit jeher überzeugter Mehrhundehalter. Das Zusammenführen der "passenden" Hunde hat oft Jahre gedauert, war nie spontan, weil ich nicht meine vorhandenen Hunde überrumpeln wollte. Das musste passen, ich wollte keinen Zoff unter meinen Hunden.
Wichtig war immer die Kontaktaufnahme, wenn ein neuer Hund dazu kommt.
Das geht nunmal erst übers Auge, dann über die Nase.

Dein Hund muss jetzt erstmal lernen, wie man über die Nase Freundschaften erkennt. Ein freundliches Wedeln kriegt er nicht mehr mit.
Eine erste Kontaktaufnahme mit einem völlig fremden Hund würde ich daher erstmal üben.
Versetz Dich auch in die Lage Deines Hundes, falls auf einmal geruchstechnisch Konkurrenz im Haus ist.
Du musst dann Signale erkennen können.
Dein Hund kann vorsichtig und verhalten an die Sache rangehen, Dir kann das duckmäuserisch vorkommen, usw.

Mein Charlie wurde blind und hatte da bereits zwei Weiber.
Er hat das grosse Glück, dass er sich immer einem bekannten Hund nähern kann und dann an dessen Seite läuft. Die helfen sich nicht "mit Absicht" aber unbewusst.
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Alt 26.03.2010, 08:07   #6
Laila
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Hallo Kerstin,

vorab stecke ich so wie du in der ähnlichen Situation...

Meine Vorschreiberinnen habe ja schon sehr gute Tipps gegeben.
Ich hatte auch lange überlegt, aber so gerne ich Hunde um mich herum habe und auch noch zusätzlich einen Hund gerne hätte, wäre es für meine Laika nicht das Richtige.

Zu dem lasse deine Hund erstmal Zeit sich an die neue Situation zu gewöhnen und danach würde ich weiter sehen. 1. hat der Hund mit sich und seiner Situation genug zu tun und 2. wenn ihr jetzt noch das Haus umbaut seit ihr auch beschäftigt. Wenn du dann immer noch meinst es wäre das Richtige einen zweiten Hund zu euch zu nehmen, dann würde ich mich auf die Suche nach einem passenden Hund machen und mich z.B. im Tierheim beraten lassen.

Jetzt drücke ich dir erstmal die Daumen damit ihr euch alle schnell und gut an die Situation gewöhnt.
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Liebe Grüße
Claudia

Und Laika im Herzen
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Alt 26.03.2010, 20:24   #7
cadisha
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Erstmal danke für Eure Antworten!

Ja, ich denke auch, man sollte so eine Entscheidung nicht über`s Knie brechen. Bis wir in das Haus einziehen wird es eh` September oder Oktober sein und bis dahin werden wir ja wissen, wie Spike mit seiner Blindheit zurecht kommt.
Okay, dann kommt für ihn natürlich hinzu, dass er sich erstmal in dem Haus zurechtfinden muss. Er war sonst immer dabei, wenn wir darin gewerkelt haben, jetzt im Moment möchte ich ihm das aber nicht zumuten, da ja ständig irgendwo was herumsteht und nichts seinen Platz hat. Ich denke, das wäre für ihn nur total verwirrend, wenn er sich andauernd einen neuen Plan zurechtlegen muss.
Daran gedacht, uns einen zweiten Hund anzuschaffen, hatten wir schon vor Spikes Erblindung, es ist also nicht so, dass wir diesen Hund nur für Spike anschaffen würden.
Aber im Moment weiss ich selber nicht so genau, was richtig ist. Mal tendiere ich absolut zu einem Zweithund, fünf Minuten später denke ich schon wieder anders darüber.
Naja, bis Herbst geht ja noch einige Zeit ins Land, bis dahin stehen noch der Umzug und ein Urlaub in Dänemark an und dann werden wir sehen, wie Spike bis dahin zurechtkommt. Vor allem auf den Urlaub bin ich gespannt. Spike war schonmal in Dänemark und ist dort den ganzen Tag nur über den Strand geflitzt, er liebt Sand über alles. Wasser hingegen ist nicht so sein Ding.
Ich denke, wenn das Alles hinter uns liegt, können wir uns eine objektive Meinung bilden, ob wir einen zweiten Hund möchten oder nicht.

Liebe Grüße von Kerstin und Spike
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Alt 27.03.2010, 21:00   #8
Kati
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Ich denke, wenn das Alles hinter uns liegt, können wir uns eine objektive Meinung bilden, ob wir einen zweiten Hund möchten oder nicht.
Das finde ich eine sehr gute Entscheidung ...
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Alt 28.03.2010, 21:56   #9
Beate
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Ich denke, wenn das Alles hinter uns liegt, können wir uns eine objektive Meinung bilden, ob wir einen zweiten Hund möchten oder nicht.
Genau tut euch die Ruhe, schließlich eilt es ja auch nicht und ein neuer Hund will ausgiebig überlegt sein.
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Liebe Grüße
Beate
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