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Alt 15.11.2013, 11:03   #1
Twist
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Standard Ellenbogen

Hallo,

mein Dreibein Twistie hat akute Probleme im verbliebenen Vorderbein. Nach Röntgen und CT kam ein frischer Bruch im stark veränderten Gelenk raus. Am Mittwoch wurde Hyaluronsäure ins Gelenk gespritzt. Medikamentös bekommt er momentan Tramadol und Metacam, aber auch darunter ist er nicht völlig schmerzfrei. Wenn es bis Montag nicht besser wird, muss der Bruchsplitter raus. Wir hofften auf Zusammenwachsen. Was mit dem Gelenk passieren soll, ist noch völlig offen.

Nun meine Fragen:

Es gibt den Austausch des Gelenkes. Der TA ist davon nicht begeistert wegen der Infektionsgefahr. Er redet von einem Teilgelenk.

Ist dabei die Infektionsgefahr nicht genau so groß?

Hat das schon mal jemand machen lassen?

Was passiert, wenn es schief geht? Er hat nur dieses eine Bein.

Hat sonst noch jemand eine Idee, einen Denkanstoß?

Gibt es einen Arzt, den ihr empfehlen könnt, den ich noch mal drauf gucken lassen könnte? Großraum Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen. Dienstag sind wir noch in Hofheim in der Klinik.

Bitte her mit euren Ideen und Empfehlungen. Ich bin an allem interessiert.
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Alt 15.11.2013, 12:12   #2
lisli
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Oh Mist, das ist eben meine grosse Befürchtung, dass das bei uns auch mal passiert:-( Tut mir wirklich leid für Twist und euch!

wie alt ist denn Twist und wie lange läuft er schon dreibeinig?

Mit "Austausch des Gelenks" meint er einen künstlichen Gelenksersatz? und was genau wäre mit "Teilgelenk" gemeint? dass nur ein Teil des Gelenks ersetzt wird? welcher?

Hm ich wusste gar nicht, dass es künstliche Ellbogengelenke gibt (habe aber gegoogelt, wird tatsächlich ab und zu gemacht). Infektionsgefahr besteht natürlich so od. so, d.h. es muss wahnsinnig sauber gearbeitet werden (aber das sollte eigentlich bei jeder OP).
Wenn nur ein Teil des Gelenkes künstlich ersetzt wird, ist natürlich auch nur dort das hohe Infektionsrisiko durch den Fremdkörper, aber grundsätzlich macht es in meinen Augen bezüglich Infektionsrisiko keinen grossen Unterschied. Aber da kann ein orthopädischer Chirurge sicher mehr dazu sagen.

Lass dich gut fachlich beraten (von Experten, die Erfahrung haben mit Gelenksersatz) auch bezüglich Prognose!
Wichtig auch: wie ist die Prognose da ja keine richtige Entlastung erfolgen kann? du kannst den Hund zwar schnonen, aber sobald er sich bewegt wird er das Bein belasten und auch wenn es nur ist um zum Futternapf zu gehen od. zu pinkeln!
Leider kann ich dir keine Empfehlung geben bezüglich TA für zweitmeinung.

Eine Möglichkeit wäre wohl noch die Gelenksversteifung, aber laut Auskunft unseres Chirurgen führt das nicht zu Schmerzfreiheit und schränkt sicherlich die Beweglichkeit stark ein.

Alles Gute für euch und berichte bitte weiter!
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Liebe Grüsse Elisa mit dreibeinchen TEKA und TINKA für immer im Herzen
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Alt 15.11.2013, 13:07   #3
Twist
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Momentan ist uns das Wichtigste, den Hund erst mal schmerzfrei zu bekommen. Mit dem Teilgelenk wurde angesprochen, aber ich muss da nachhaken. Auf mich ist an dem Tag so viel eingeprasselt.

Versteifung ist die allerletzte Möglichkeit, denn dann gehts auf Schulter und Handgelenk. Sein Bein ist auch fast steif, man kann es nicht mehr gerade biegen. Von der Bewegung her keine großartige Veränderung für ihn.

Twist ist ca. 5,5 Jahre, jetzt 4 Jahre amputiert, aber als er zu uns kam, war das verbliebene Bein auch schon nicht 100% in Ordnung. Aber er lief immer relativ problemlos.

Ich habe heute noch diesen Link bekommen und höre da mal nach:
http://tierarztmeerbusch-px.rtrk.de/...osteotomy.html


Ich hoffte nur auf eine Idee, manchmal ist man ja selbst betriebsblind vor lauter Input
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Alt 15.11.2013, 13:37   #4
blue_angy
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Ich kenne mich damit zwar so ganz und gar nicht aus, aber was Gelenke und Ortopädie betrifft kann ich bisher die Kleintierklinik Braun in Egelsbach empfehlen!

Da aber auch wirklich auf einen Termin bei Dr. Braun bestehen!!

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LG Angy und die Rumänenbande Janto (keinäugig) und Felix (Schissbüx)



"Freundlichkeit ist eine Sprache, die Taube hören und Blinde sehen! (Mark Twain)"
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Alt 15.11.2013, 13:38   #5
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hm diese Praxis in Meerbusch verspricht nach meinem Geschmack zu viele Wunder

Es gibt in Düsseldorf den Dr. Sager. Ein wahrer Spezialist in dem Bereich und ein Realist

Wir waren bei ihm und er ist nicht für ein Ellenbogengelenk. Das war aber bei unsrem 43kg Bouvier

Ich bin ja nun Orthesenmama und würde mal dieses Gerät mit uns Gespräch bringen wollen. Das Gelenk braucht dringend eine Ruhigstellung und die könnte man mit der Orthese erreichen...

Oh Mann, hoffentlich kommen noch tolle Ideen
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Alt 15.11.2013, 14:56   #6
lisli
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Zitat:
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Momentan ist uns das Wichtigste, den Hund erst mal schmerzfrei zu bekommen.
Mit dem Teilgelenk wurde angesprochen, aber ich muss da nachhaken. Auf mich ist an dem Tag so viel eingeprasselt.

Versteifung ist die allerletzte Möglichkeit, denn dann gehts auf Schulter und Handgelenk. Sein Bein ist auch fast steif, man kann es nicht mehr gerade biegen. Von der Bewegung her keine großartige Veränderung für ihn.

Twist ist ca. 5,5 Jahre, jetzt 4 Jahre amputiert, aber als er zu uns kam, war das verbliebene Bein auch schon nicht 100% in Ordnung. Aber er lief immer relativ problemlos.

Ich habe heute noch diesen Link bekommen und höre da mal nach:
http://tierarztmeerbusch-px.rtrk.de/...osteotomy.html


Ich hoffte nur auf eine Idee, manchmal ist man ja selbst betriebsblind vor lauter Input
Das kann ich gut verstehen, dass das Wichtigste erstmal die Schmerzfreiheit ist. Mit dem Problem kämpfe ich ja auch schon und wenn normale Schmerzmittel nicht mehr helfen ist es wirklich nicht gut!

Frag doch einfach in Ruhe nochmals nach wegen dem Teilgelenk. Das sind manchmal so viele Informationen aufs mal beim TA, da kann man nicht alles mitbekommen und manchmal müssen sich die Gedanken auch zuerst ordnen bevor man nachfragen kann!

Es gibt noch die Möglichkeit einern Cortisoninjektion ins Gelenk hinein, allerdings ist das auch so eine Art "last resort" Lösung, weil das Cortison längerfristig das Gelenk schädigen wird und das vermutlich dann zu einer Versteifung führt. Allerdings wenn es zu Schmerzfreiheit führt und ansonsten nichts mehr machbar wäre, wäre das sicher eine gute Lösung.
Ich kenne ein Pferd mit schwerster Arthrose, die hat jetzt schon seit ca. 1.5 Jahren solche Spritzen bekommen, im Abstand von ca. 3 Monaten und es geht ihr damit viel besser. Ansonsten hätte sie eingeschläfert werden müssen.

Vielleicht wäre eine Versteifung des Gelenkes mit Orthese wirklich auch eine Möglichkeit, wobei auch das längerfristig wohl zu einer fixen Versteifung führen wird, wenn das Gelenk nicht mehr bewegt wird.


Ich finde die Praxis tönt nicht schlecht. Ein Kontakt würde isch allenfalls lohnen. Ob diese sliding humeral osteotomy in eurem Fall möglich ist, hängt davon ab, wie stark das Gelenk schon verändert ist. Durch diese Technik wird ja der Teil des Gelenks entlastet der bei einer ED geschädigt ist. Du kannst ja auf jeden Fall mal Kontakt aufnehmen, vielleicht auch telefonisch. Ich finde es macht Sinn, diese Sache wirklich mit erfahrenen orthopädischen Chirurgen zu besprechen.

Hast du ein Video von Twist? würde mich sehr wundernehmen wie er mit einem eh schon recht steifen Bein läuft. (Hat aber keine Eile!)

Alle Gute für euch!
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Alt 15.11.2013, 21:10   #7
Katja
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Oh mann, gar nicht gut

Wenn Meerbusch oder Düsseldorf in Frage kommen, kannst du auch nach Witten fahren zu meiner Tierärztin. Hier hast du dann nicht nur jemanden, der auf Chirurgie und Orthopädie spezialisiert ist, sondern seit Jahren insbesondere gehbehinderte Hunde betreut. Ihr Mann ist Rehatechniker und macht ausschließlich Hilfsmittel für Tiere, alleine dadurch kriegt sie auch nochmal ganz andere Sachen zu sehen als die meisten anderen Tierärzte. www.tiermedizinpark.de Termin aber bitte, wenn du hinfährst, ausdrücklich bei Birgit van den Boom machen. Und ruhig sagen, dass Katja Ehlert dich schickt.

Birgit hat auch meinen ebenfalls Vorderbein-amputierten Fips viele Jahre betreut, der nach einem Olekranonabriss den verbliebenen Ellenbogen nicht mehr strecken konnte. Der Bruch war aber schon alt als ich ihn bekam. Nach einer misslungenen ersten OB in DU-Kaiserberg hat Birgit das Gelenk schlußendlich versteift. Und das hat sehr gut geklappt! Fips hatte nach der OP noch 8 gute Jahre bis wir ihn schließlich wegen eines Tumors im Rachenraum einschläfern lassen mussten. Vier Jahre nach der Arthrodese mussten die Implantate raus - 6 Wochen lang hatte die komplette Belegschaft einer Klinik das Problem nicht erkannt, meine TÄ, die inzwischen woanders arbeitete hat nur einen Blick darauf geworfen und noch am gleichen Tag operiert...

Egal wie ihr euch entscheidet, ich wünsche euch viel Glück und drücke die Daumen!
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Alt 16.11.2013, 08:31   #8
Bine13
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Oh ja, das ist genau da, wo ich war - sehr gute Adresse

Frau van dem Boom ist erfahrene Chirurgin, absolut Kompetent und aber nicht abgehoben, sondern denkt sehr zum wohl des Hundis

Und ihr Mann hat unsere erste Orthese gebaut. Im Freestyle.

Eigentlich hätte zB der Winkel ein anderer sein müssen aber er sagte, dann kann Sam schlechter laufen und hat's einfach so gemacht, wie es passt und nicht, wie es Standard ist - ganz klasse
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Alt 16.11.2013, 09:43   #9
Alex70
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Das ist ja der Supergau. Ich kann Twist nur alles, alles Gute wünschen! Armer Twist, was must du für schlimme Schmerzen haben.

Ich habe zwar wieder mal keinerlei Erfahrung aber in Gießen gibt es eine Tier-Uni-Klinik. Diese genießt in unserem Kreis (Main-Kinzig-Kreis / Frankfurter Raum) ein sehr gutes Ansehen. Da kommen Patienten aus ganz Deutschland hin - soweit mir bekannt. Ich persönlich war noch nicht da - dazu hatte ich, zum Glück, noch keinen Grund - meine Augen-OP (also ich nicht mein Hund) hatte ich zwar auch in der Uni-Klinik Gießen aber nicht in der Tier-Uni-Klinik, also glaube ich jedenfalls.

So rein von der Logik her würde ich sagen, desto kleiner der zu implantierende Fremdkörper, desto geringer das Infektionsrisiko, da sich schlicht und einfach auf größeren Teilen / mehreren Teilen ganz leicht auch viiile mehr Bakterien tummeln können und kleinere / weniger Teile leichter Steril zu halten sind.

Je mehr von eigenen Gelenk erhalten werden kann, desto besser, denke ich. Was bleibt ist die Frage, wie hoch ist die Gefahr einer Verkapselung bei einem Teilimplantat im Vergleich zu einem Vollimplantat? Und wenn das Implantat eingekapselt wird (weil Fremdkörper), welche Optionen, das Bein zu erhalten, gibt es dann?

Du solltest die in der entsprechenden Klinik einfach auch die OP Räume ansehen. Es ist recht leicht zu erkennen, wie das Thema Hygiene / Steriler OP dort hoch gehalten wird. Ist der OP eine abgeschlossene Einheit (am Besten eine Überdruckkamme - Sterile Lust wird in den OP geblasen, so werden Bakterien aus der OP-Luft ferngehalten, ist in der Humamedizin seit Jahrzehnen Standard und auch bei sehr vielen Tierkliniken) oder steht da nur en OP-Tisch in einem Behandlungsraum, stehen die Türen zu diesen OPs offen oder sind sie geschlossen, liegt OP-Besteck offen da...? Auch ein Leihe kann daraus, wie der OP aussieht schon einiges erkennen.

Oh man... das ist wirklich schlimm...
Ich wünsche Euch alles Gute und gute Besserung.

LG
Alex.
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Wer sagt, dass in seinem Leben kein Platz für einen Hund ist, der hat kein Leben!
Alex70 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.11.2013, 15:19   #10
Twist
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Danke für eure Tips.

SHO kommt bei einem Dreibein nicht in Frage. Frau von der Boom habe ich kontaktiert, wir werden telefonieren.

Ich habe mir gestern noch eine Meinung angehört und hatte dort ein gutes Bauchgefühl. Anschließend wurde ihm das aus dem Gelenk entnommen:

Dazu bekam er noch PRP, was wir jetzt noch 2x wiederholen. Wenn alles abgeheilt ist, gibts noch Blutegel. Goldakkupunktur soll auch noch gemacht werden. Jedenfalls konnte heute Morgen das Beinchen wieder gerade gestreckt werden.

Langsam bekomme ich wieder Hoffnung.
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