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Alt 22.01.2008, 20:00   #11
neeles
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Hallo Kati.
Fotos kann ich erst einstellen, wenn mal eine meiner Töchter zu Besuch ist. Ich habe keine Digitale. Die einzigen Fotos von Laila hast Du ja schon freundlicherweise in meinem Vorstellungsthread verlinkt.
Heute waren wir am Strand und Laila sprang und tobte völlig ausgelassen herum. Begrüßte freilaufende Hunde und jagte Möwen und war trotzdem immer in Rufnähe. Um Spaziergänger machte sie einen Bogen aber das panische war nicht mehr zu spüren. Auf dem Nachhauseweg durchs Dorf kam die Ängstlichkeit aber wieder durch. Aber die Stunde am Strand war sie sehr entspannt [img][/img]



Liebe Grüße
Evelyn und Laila
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Alt 22.01.2008, 21:20   #12
Boozy
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Hallo Evelyn,

auch wir haben eine kleine Hündin aus einer spanischen Tötungsstation mit unglaublich vielen Ängsten übernommen. Es hat sage und schreibe 3 Jahre (!!!) gedauert, bis sie von sich aus auf fremde Menschen zuging! Unsere Erfahrung zeigte, daß man sie einfach lassen muß, d.h. warten, bis sie von sich aus auf jemanden zukommt. (Heidi freut sich jedes Mal einen "Ast ab", wenn Urmelchen sie jetzt begrüßen kommt. [img][/img] )

Da wir bei Urmel aber zusätzlich das Problem haben, dass sie an der Leine panisch wird (schreit und schmeißt sich auf den Boden; wir vermuten ein Trauma wegen der Fangschlingen, die Hundefänger benutzen, um sie "wie Müll" auf Lastern zu entsorgen), waren wir gezwungen, sie ohne Leine laufen zu lassen, - natürlich immer unter Beobachtung und mit ihren Lieblingsleckerchen in den Taschen!

In der Anfangszeit trugen wir sie in einem Rucksack durch unser Dorf, - also dort, wo uns Menschen entgegen kommen konnten, - bis zur Spaziergangsstrecke. Dort ließen wie sie dann raus, damit sie sich lösen und mit den anderen Hunden laufen konnte, behielten sie aber immer im Auge, - und wenn wir merkten, daß sie sich unwohl fühlte, riefen wir sie zu uns. Ich muß dazu sagen, daß Urmel sich von Anfang an Britta als "ihren Menschen" ausgesucht hat, und ich BIS HEUTE nicht mit der kleinen Maus spazieren gehen kann, wenn Britta zuhause bleibt! Sie geht dann ein kurzes Stück mit, bis sie ihr Geschäft gemacht hat, und rennt dann schnell (ohne Rücksicht auf Verluste!) wieder nach Hause, um Britta zu suchen. (Wenn sie WEISS, daß Britta NICHT zuhause ist, dann geht's ab und an auch mal mit mir....aber ich trage dann immer den "Sicherheitsrucksack" bei mir!)

Wenn Laila also keine Angst vor der Leine hat, dann lasse sie bitte so lange wie möglich noch an der Leine, wenn Du mit ihr durchs Dorf gehst! Wenn sie frei mit anderen Hunden toben kann, dann orientiert sie sich sowieso an ihnen, und sie wird wahrscheinlich "lockerer".

Die Ängste dieser Hunde sitzen tief, und man weiß NIE, wann sie in Panik ausbrechen könnten. Erst, wenn Du Dir ganz sicher bist, daß sie auch in erschreckenden oder unsicheren Situationen zu Dir kommt bzw. bei Dir bleibt, könntest Du es ohne Leine probieren mit ihr durchs Dorf zu gehen, - aber natürlich dann mit dem entsprechenden Grundgehorsam ("Sitz", "Fuß", usw., was übrigens sehr hilfreich ist, um auch einem ängstlichen Hund Selbstvertrauen und Sicherheit zu geben! Hunde brauchen ja Führung, - und solche Übungen helfen ihnen dabei, die Führung ihres Menschen anzunehmen...).

Evtl. würden ihr (vor allem in der Anfangszeit) auch Bachblüten gegen Angst & Panik helfen. (Schau mal unter http://www.vital-petshops.de/tierges...chblueten.html )

Liebe Grüße,

Boozy

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Alt 22.01.2008, 21:38   #13
Nando
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Das sind aber doch schon richtig gute Fortschritte
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Alt 22.01.2008, 22:37   #14
Kati
Koboldfan
 
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Huhu Evelyn !
Ich bin Warten gewohnt ... [img][/img] ... aber wenn das Töchterchen kommt, denkste an uns Fotoverrückte hier; versprochen ?!? [img][/img]
__________________
Kati mit Doddi im Arm und Jule im Herzen
"Die, die wir lieben, sterben nicht von uns weg.
Sie sterben in uns hinein und bleiben als Erinnerungen für immer bei uns !"
Kati ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2008, 11:21   #15
Kobold
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

@ evelyn:

Im Prinzip hast Du einen riesigen Vorteil...: Du hast eine großes BEGRENZTES Stück Land zur Verfügung: nämlich die komplette Insel. [img][/img]

Von sowas träumt man normalerweise nur.

Große Gefahren gibt es aufgrund fehlender Autos wenig bei Euch, evtl die Pferdekutschen aber die fahren bei Euch ja hauptsächlich Schritttempo.



Zu Eurer Kleinen:

Bisher klingt sie nicht superängstlich, sondern nur ängstlich.

LEINE: Ja oder Nein

Probiere aus, und finde heraus , wie sie sich sicherer fühlt. Du hast das Glück eben einen begrenzten Bereich zur Verfügung zu haben.

Es gibt auch Hunde , die sich ohne Leine wesentlich sicherer fühlen. !!

Bei uns Normalbevölkerung ist esunmöglich einen ängstlichen Hund nicht an der Leine zu haben,bei Dir mit im Prinzip eingezäunten Bereich ist es möglich.

FREMDE:

Cool bleiben bei Fremden, wirklich so tun als sei alles ganz normal. Dem Hund seinen Sicherheitsabstand gönnen, aber die Angst nicht weiter beachten. Als kein ständiges Hinschauen oder Reden mit dem ängstlichen Hund. Keine Bestätigung der Angst.

Anfangs nur kurze Kontakte mit Fremden will heißen: lockeres Vorbeilaufen,später erstes kurzes Anhalten. ´




ERFAHRUNGSERICHT:

LEINE:
Unser Rüde hatte an der Leine wesentlich mehr Angst beim Kontakt mit Fremden. Ohne Leine hat er sich in sicherer Entfernung hingesetzt und gewartet bis die Fremden von mir weggewesen sind. dann ging es weiter, und er war wieder an meiner SEite.

Vor der Leine selber hatte er aber nie Angst, ist vom ersten Tag an - ohne Fremde [img][/img] - hervorragend an der Leine gelaufen.

Bis heute macht er einen 3 m Bogen um Fremde, wenn möglich ( Ist mir aber als Reitbegleithund ganz Recht). An der Leine sitzt er aber jetzt auch neben mir ohne Probleme.

ANGST vorm MANN:

Er hatte anfangs sehr viel Angst vor meinem Mann, obwohl er als Welpe zu uns gekommen ist. ...
Mein Mann konnte ihn zwar anleinen, aber anfassen außer am GEschirr... nee...danke. Bei mir war er recht schnell ein totales Kuschelmonster.


Was hat geholfen?

Positive Konditionierung


Bspw:
- Futter gab es meist von meinem Mann..=> sobald mein Mann nach Hause kam, saß Archie im 3 m Abstand und hat gewartet.
Er musste aber nicht aus der Hand essen usw. Da hätte er eher das Futter verweigert.


Nach einigen Wochen ist er abends immer freudig erregt durchs Haus gelaufen, sobald mein Mann nach Hause kam. Anfassen war aber noch nicht drin.. und mein Mann hat zum Glück eine Affengeduld.

- Keinen Druck,

- Kein direkter Blickkontakt, sobald mein Mann ihn angeschaut hat, hat er sich wieder verkrümelt.

- Mein Mann hat sich sehr oft im gleichen Raum aufgehalten ohne mich , gearbeitet oder gelesen oder Musik gehört.. o.ä. irgendwann kam Archie dann immer mehr schrittweise heraus und hat sich ihm genähert. Auch hier keinen Blickkontakt.

- Viel Spaß und Freude mit meinem Mann

- Sicherer Rückzugsbereich ( ist bei Euch ja durch das Körbchen an einer geschützten Stelle ) gegeben



Man konnte von Monat zu Monat sehen, wie sich die beiden angenähert haben.


Auffällig war, daß seit einem TA Besuch, er einen sehr, sehr engen Kontakt zu ihm hat. Dirk hat ihn vom TA abgeholt, ich ihn hingebracht. Und seitdem ist er genauso eine Bezugsperson wie ich.


Und Schmusen tun die beiden unglaublich gerne.. [img][/img]


ANDERE HUNDE :

Archie hatte auch vor anderen Hunden Angst,unglaublich aber wahr... Hundeschule war furchtbar für ihn (welpenspielstunde).er wich keine Sekunde von meiner Seite...

Zum Glück hatten wir einen sehr guten Hundetrainer, der ihn gelassen hat.
Also kein Bedrängen, Archie konnte jederzeit zu mir kommen (wobei ich ihn oft nicht beachtet habe.. also kein Lob für die Angst.. ) .. und die anderen Besitzer schauten darauf ,daß ihn die anderen Hunde nicht bedrängten und immer eine offener Weg zu mir blieb.


Archie war Zweithund, wir haben als Ersthund eine Hündin, die Menschen abgöttisch liebt. Dennoch hat Archie sich hier nix abgeguckt, obwohl sie ranghoch ist.


Allgemein:

Laß Euch Zeit, die Kleine muss sich ja erstmal an Euch gewöhnen und sicher ist das Inselleben mit Meer und Strand für sie auch komplett neu. Soviele Eindrücke muss sie erstmal verarbeiten.

Evtl Freunde mit gelassenem Hund mitnehmen, kann sich auf den Angsthund auf Dauer positiv auswirken als Orientierung.

Einfach auch ein wenig ausprobieren, und wenn ein Strandspaziergang hilft.. dann macht das. ...

Es gibt kein Patentrezept, jeder Hund ist ein Individuum.




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Alt 23.01.2008, 19:20   #16
neeles
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Ja, ich glaub auch, dass sie nicht zu den ganz ängstliche,bzw. panischen Hunden gehört.
Sie rennt zwar weg, wenn sie ertwas Unheimliches sieht ( wie zum Beispiel heute morgen, unser von 2 Pferden gezogener Müllwagen, voll beladen mit gelben Säcken )aber allerhöchstens 20- 30 Meter und dann sieht sie sich das Ungeheuer aus der Ferne noch mal an und wartet auf mich. Also nicht kopflos und panisch.


Ich wollte mal sagen, wie wohl ich mich bei und mit Euch fühle. Ist ein tolles Forum hier, mit soviel Anteilname, Tipps und freundlichen Worten.
Ein ganz großes Dankeschön!!!!!!

Evelyn und Laila

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Alt 23.01.2008, 20:17   #17
Kobold
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Also vor der Müllwagenkutsche wäre ich auch weggerannt...

sowas hat sie wahrscheinlich noch nie in ihrem Leben geséhen.. [img][/img] [img][/img]

Tipp für später:
Gewöhne sie aber in einigen Monaten trotzdem an STraßen und Autos.. [img][/img]


Mensch, du hast ein Hundeparadies.. Leinenpflicht ist wahrscheinlich bei Euch ein Fremdwort, oder?
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Alt 23.01.2008, 20:50   #18
neeles
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Im Winter gibt es hier keine Leinenpflicht aber wenn die Gäste kommen, gehören die Hunde im Dorfkern an die Leine und dann gibt es auch einen Hundestrand. Kann ich auch verstehen. wenn die Kinder im Sand buddeln und Hunde da ihr Geschäft verrichten, das passt nicht. Aber man kann ab Hundestrand fast ganz ohne Leine den Rest einmal um die Insel gehen.

Das mit dem gewöhnen an Straße und Autos ist schon schwieriger. Komm ja kaum aufs Festland ( in der Saison fast nie)und wenn, dann mit Hektik und Streß. Frauenarzt, Zahnarzt, Frisör und Dinge einkaufen, die man hier nicht bekommt und dann schnell zum Hafen, damit man das Schiff nicht verpasst.Ich glaub das ist für Laila nicht gut. Aber wenn wir mal in Urlaub fahren, dann....
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Alt 25.01.2008, 07:54   #19
Jürgen
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Standard Re: Unsere Angsthündin Laila....

Felix hatte auch große angst vor LKWs und Bussen. Muß auch erschreckend sein wenn man sowas nicht kennt.
Wir haben nie das Angstobjekt angesehen, sondern immer demonstrativ in eine andere Richtung gesehen wenn ein LKW oder Bus kam. Das hat ziemlich gut geholfen.

LG
Jürgen
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