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Alt 08.07.2009, 08:27   #1
Lore_1940
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Beiträge: n/a
Standard Dinjo ist taub und fast blind

Hallo,

nach ganz langer Zeit bin ich mal wieder bei Euch und brauche auch schon Hilfe. Ich habe ein Hundchen aus Polen aufgenommen vor 3 Tagen, der sich angeblich "aufgegeben" hat, er wurde aus Polen gerettet und in eine sehr liebe Hundepension bis zur Vermittlung gebracht, aber auch dort hat er sich nur zurückgezogen und fast nichts gefressen, es war ihm scheinbar alles zu wild etc. Sie haben ihn nun mir gebracht, da ich einen ganz ruhigen Haushalt habe mit nur mehr 1 alten Zwergpudelchen das blind ist und schwerhörig. Der Dinjo ist ein ganz lieber und sehr ruhiger Hund, 10 Jahre, Terriermix, freundlich auch zu anderen Hunden, er gibt keinen Laut von sich gleich in welcher Situation, er geht sogar leise kommt mir vor. Ich habe noch nie in den letzten 14 Jahren einen so "stillen" Hund erlebt. Es wurde mir gesagt, ich soll wenn er schläft vorsichtig sein, weil er so tief schläft, dass er erschrickt wenn man ihn anfasst!!!!!, aber kein Wort von taub. Inzwischen habe ich alles probiert und getestet und weiß, dass er taub ist. Das Problem liegt bei uns beim Gassi, er geht und geht und geht, er schaut nie nach mir, bestimmt die Richtung die er auch konsequent verfolgt, da ich aber noch die alte Hündin habe müssen wir die Gangart etwas langsamer haben, da ja auch bei ihm eine Schwäche in den Beinen zu sehen ist und er nach kurzer Zeit zu zittern beginnt.

Meine Bitte nun, gibt es einen Trick um zu erreichen, dass er beim Gassi immer mal wieder zu mir schaut? Er ist ja zusätzlich auf einem Auge blind und auf dem zweiten sieht er noch ein bisschen, aber er rennt mir manchmal auch wo gegen unjd ich kann ihn nicht warnen (je nach Blickwinkel).

Liebe Grüße Lore
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Alt 08.07.2009, 12:18   #2
Feldmann2005
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Huhu Lore...schön Dich mal wieder zu lesen. Ich bin Dir da leider keine große Hilfe, aber die Mädels von den Hör-nix-Hunden melden sich bestimmt noch
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Alt 11.07.2009, 07:23   #3
Lore_1940
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Standard Warum?

Hallo,

leider hat mir keiner geantwortet außer einer lieben Begrüßungsantwort.

Ich tu mich so hart wenn ich Gassi gehe, die Shanti ist total blind und der Dinjo komplett taub und auf einem Auge blind, er hat die Eigenschaft einfach zu gehen gegen jeden Widerstand (Flexi), während die Shanti (Zwergpudel) gerne schnüffelt, jetzt stehe ich immer in der Mitte von 2x 8 Meter Flexi und weiß nicht wie ich regaieren soll. Ich komme kommandomäßig an Dinjo nicht heran. Er ist es nicht gewohnt an der Leine zu gehen und auch nicht auf irgendetwas zu achten, er schaut nie zurück, ich muss ihn dann mit aller Kraft an der Leine zurückholen (was ich gar nicht gern mache) und während ich ihn zurückhole geht er einfach seitlich wieder seiner Wege, da ich schon 70 bin und nicht mehr so wendig, ist das für mich sehr mühsam.

Ich hatte so gehofft, dass ich von Euch Hilfe bekommen würde und frage mich warum grad ich keine Antwort bekomme?

Liebe Grüße Lore
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Alt 11.07.2009, 10:34   #4
Vera
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Liebe Lore,

Zitat:
Zitat von Lore_1940 Beitrag anzeigen

Ich hatte so gehofft, dass ich von Euch Hilfe bekommen würde und frage mich warum grad ich keine Antwort bekomme?
...Dein Thread ist bestimmt versehentlich überlesen worden, also
bitte nicht persönlich nehmen......

Finde es klasse, dass Du mal wieder einer armen Fellnase ein
neues Zuhause gibst.

Deine Fragen kann ich leider nicht beantworten, da ich keinerlei
Erfahrungen mit Hörnix-Hunden haben...

Die anderen Mädels melden sich ganz bestimmt noch....
__________________
Liebe Grüße von Vera
mit
dem kleinen, gehbehinderten JRT-Rüden Spiki (PL operiert) und
Dana, meiner blinden
Hündin ( † 12.11.09 um 18.45 Uhr ) • Dana, I miss you so much •

"
Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.“ (Aldous Huxley)

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Alt 11.07.2009, 14:30   #5
skyline
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Hallo Lore,

ich gehöre zwar nicht in die Hörnix-Fraktion, denn mein Sky ist beidseitig blind und einseitig taub.

Du schreibst, dass Du weißt, dass er taub ist, hast Du das denn von einem TA untersuchen lassen?
Ich frage nur deshalb, weil es bei Sky auch hieß, dass er blind und fast taub sei und er hat anfangs auch auf gar nichts reagiert, sodass man wirklich davon ausgehen musste, dass er nichts hört.
Es wurde allerdings nach ca. 2 Monaten irgendwie immer besser und wir haben dann durch eine audiometrische Messung klären lassen, wieviel er hören kann und waren sehr überrascht über das Ergebnis.

Vielleicht musst Du ihm noch ein wenig Zeit geben, sich an die neue Situation zu gewöhnen.

Was das Gasi gehen angehen, so habe ich es immer so gemacht, dass ich in Zeiten, wo ein Hund die volle Aufmerksamkeit brauchte, getrennte Runden mitjedem Hund einzeln gelaufen bin.
So hatte ich das Gefühl, dass ich "Herr der Lage" bin und mich nicht zerteilen muss.

Ich weiß jetzt nicht, ob Dir das weiterhilft, denn es ist wirklich nicht leicht, wenn die Hunde so unterschiedliche Bedürfnisse haben.
Ich drücke Dir aber die Daumen, dass es bald besser läuft, hab noch ein wenig Geduld , er ist doch erst so kurz bei Dir.
__________________
Liebe Grüße
Petra mit dem gemischten Doppel Unkas und Makawi sowie Sky (blind) und Jette (taub)

Für Trixi, unvergessen:
Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir ungefragt weggehen und Abschied nehmen müssen.
(Albert Schweitzer)


"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Antoine de Saint-Exupéry)
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Alt 11.07.2009, 15:16   #6
Born to Run
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Hallo !!

Ich kenne mich mit Seh-und Hörnixen nicht wirklich aus, bin in der Dreibein Fraktion zuhause. :)

Da ich aber auch oft mit zwei Hunden laufe kann ich dir ja mal meine Ideen mitteilen.

Die Idee um erstmal getrennt zu laufen ist schonmal spitze, wenn auch auf die Dauer vielleicht ein bisschen aufreibend. Ich habe das auch lange machen müssen und es hat viel gebracht. Der grosse konnte vor zwei Jahren noch gar nicht richtig an der Leine laufen und die kleine hat alles angekläfft was sich bewegt hat.
Aaalso.
Du sagst du befindest dich zwischen zwei 8 Meter Flexileinen, das stelle ich mir auch kompliziert vor. Ich nutze die Flexi zwar auch manchmal für den Grossen, aber nur weil die kleine meist ohne Leine laufen kann.

Du möchtest dass Dinjo öfters zu dir schaut, dann würde ich folgendes machen:
Dinjo an eine normale Leine, 2 Meter oder so, er muss ja nicht perfekt Fuss laufen, und du bewaffnest dich mit einer grossen Hand/Tasche voll Leckerchen.
Jedesmal wenn er zu dir schaut bekommt er ein Leckerchen. So wird er schonmal öfters von sich aus zu dir schauen.

Vielleicht gibt es dann noch eine Möglichkeit ein Signal daran zu koppeln dass er wahrnehmen kann, etwas was er doch hören oder fühlen kann, vielleicht hat die Hörnixfraktion ja hier noch Ideen.

Ausserdem ist er ja auch noch nicht so lange bei dir, er muss bestimmt noch erstmal richtig ankommen.

Liebe Grüsse und toll dass du noch einen Hund aufgenommen hast. Ich würd ja auch noch so gerne..aber...die zwei hier fressen und schon die Haare vom Kopf.:)

Katharina

Geändert von Born to Run (11.07.2009 um 15:18 Uhr) Grund: Tippfehler
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Alt 11.07.2009, 18:28   #7
Margie
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Hallo Lore!
Auch von mir zuerst meinen Respekt, dass Du die arme Socke aufgenommen hast. Kommt er von "Hundehilfe Polen"? da bin ich auch Mitglied.
Ich habe ja auch einen Hörnix und möchte Dir folgendes vorschlagen:

Anfangs getrennt gehen ist lange nicht so aufreibend wie zwei Hunde die sich sehr unterschiedlich an der Leine verhalten.
Ich praktiziere das noch heute oft, da meine zwei sehr unterschiedliche Bedürfnisse draußen haben.
Die Gänge müssen ja nicht endlos lang sein und Du kannst Dich so voll auf das "Sorgenkind" einstellen.
Und was Katharina schrieb würde ich auch praktizieren und zwar so:
(Du kannst das anfangs auch in der Wohnung üben)
Dinjo an eine kurze Leine und Du stzt Dich gemütlich hin. Vor Dir auf dem Tisch eine Schüssel feiner Leckerli.
Dann ruckst Du kurz an der Leine und gibst ihm ein Leckerli. Das machst Du am ersten Tag immer wieder mal.
Ab dem nächsten Tag bekommt er das Leckerli nur noch wenn er sich Dir zuwendet nachdem Du an der Leine geruckt hast.
Das übst Du immer wieder und wenn es drin gut klappt geht es draußen weiter.
Es muß etwas besonders feines sein, etwas was richtig gut schmeckt. Fleischwurst, Leberwurststullchen, Harzer Käsewürfel...
Ziel ist dass der kurze Ruck ihm sagt - hey - die Chefin hat was für mich, es lohnt sich zu ihr zu schauen!
Das wirst Du evtl noch länger so machen müssen. Kommt auf ihn an.
Nicht aufgeben, er wird es kapieren.
Der kurze Ruck muss immer positiv belegt sein!!!!

Er ist erst so kurz bei Dir - er braucht noch ein wenig Zeit um sich an die neue Situation zu gewöhnen. Genau wie Du an ihn.
Freu Dich immer riesig wenn er von sich aus zu Dir kommt.

Bau auch immer gleich ein Winkzeichen ein "komm her" - wenn er dann kommt ganz viel Lob, feine Dinge.
Mit Speck fängt man Mäuse, mit Leckerchen lernen taube Hunde "Hören"!

Wenn Du magst kannst Du mich auch anrufen, schicke mir einfach eine PN.
Ich bin kein Profi, aber wir mussten bei unserem erwachsenen Hörnix auch fast bei Null anfangen.

Ihr schafft das schon!

Alles Gute
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Alt 11.07.2009, 18:44   #8
Margie
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Noch etwas. Verwendest Du ein Geschirr?
Das entschärft oft das dolle Ziehen auch ein wenig. Am Halsband läuft er immer weiter gegen den bösen Widerstand.
Das Geschirr gibt ihm mehr Sicherheit. Am besten ein breites, gut gepolstertes. Hat sich bei Tom gut ausgewirkt.

Ab und an spielt er immer noch den Leinenrambo aber kein Vergleich mehr zu früher - da hat er regelrecht Rad geschlagen an der Leine...ich war nach einer halben Stunde klatschnass...
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Alt 11.07.2009, 19:33   #9
Lore_1940
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Standard Ganz lieben Dank

Hallo,

ich danke Euch sehr, dass Ihr mich helft.

Ich werde jedenfalls ab sofort einzeln gehen, das die blinde Shanti eh nur mehr ganz kleine Runden geht, ist das kein Problem.

Auch das mit den Leckerchen werde ich probieren, das Schwierige dabei ist, dass ich immer schauen muss, dass er mich mit dem "sehenden Auge" anschaut, sonst nützt es mir nichts.

Die Taubheit wurde ärztlich festgestellt, er hört auch keine Hochtonpfeife, gar nichts. Das Problem ist, dass er vollkommen ohne jegliche Regel geht, wenn aber die Leine ansteht, bleibt er auch stehen, aber auf Zug (ich verwende immer ein breites Brustgeschirr), aber ich werde jetzt mal keine Flexi verwenden.

Ich werde ihm - wie ihr richtig sagt - jetzt mal etwas Zeit lassen, vielleicht ändert sich ja was von selbst.

LG Lore
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Alt 11.07.2009, 21:20   #10
Xolove
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Hallo Lore,

Schön, dass du Dinjo bei dir aufgenommen hast.
Die Ruhe tut ihm bestimmt gut, wenn er selbst so ein Stiller ist.

Ich habe keinen tauben Hund und kenne mich daher nicht aus, aber meine erste Idee wäre mit dem Fuss auf den Boden zu stampfen, damit er die Vibration spürt und ihn immer, wenn er darauf eine Reaktion zeigt, zu belohnen.

Weisst du, ob er noch etwas sieht? Wenn ja, wäre das Blickkontakt-Training sicher nützlich für euch.

Alles Gute!
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