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Alt 05.12.2008, 21:32   #11
Bella
Wir alle taub, na und?
 
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Marty, auch wir gehörlose Menschen oder Ohrpatienten sind auch etwas schreckhafter, wenn jemand ohne Vorwarnung vorbeidüst oder plötzlich daneben steht...

Mir ist schon so oft vorgekommen: ich träume beim Kochen und da kommt meine "Schwiegermutter" von hinten und klopfte auf meine Schultern... ich bin fast an die Decke gesprungen vor lauter Schreck usw...

Als wir unsere Bella zu uns holten und sie anfangs so schreckhaft war, konnte ich sie auch irgendwie verstehen und konnte schneller handeln. Wir Gehörlosen mögen Dunkelheit im Raum nicht so gerne und so bald es dunkel wird und Bella bisschen mulmig wird, weiß ich sofort, was sie damit meint, denn ich fühle in diesem Augenblick auch wie sie, dass die Dunkelheit gerade unangenehm ist.
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Bella: Frauchen taub, Herrchen taub, ich taub ...
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Alt 05.12.2008, 21:47   #12
Marty
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Hi Judith,

Lissy war anfangs im Dunklen auch sehr unsicher und ängstlich, vor allem, wenn sie mit mir alleine unterwegs war ... bei mir kommt zusätzlich noch Nachtblindheit hinzu und alles in Kombination macht mich ziemlich hibbelig ... - gehe auch abends nicht mehr alleine mit den Hunden, sondern meine ältere Tochter kommt mit - und ohne starke Taschenlampe geht da gar nix ...

Judith, ich hatte zur Taubheit bei Hunden einen kurzen Text für meine Homepage geschrieben. Wärst Du wohl so lieb und schaust mal drüber? Kommentare sind seeeehr willkommen

Tauber Hund - geht das?




Wie jetzt? Ein tauber Hund? Geht das denn überhaupt?

Diese Frage hören wir oft, wenn Leute erfahren, dass unsere Lissy taub ist.

Die Antwort lautet: Ja, es geht, und zwar wirklich gut.

Was bei tauben Hunden nicht über die Ohren laufen kann, geht halt verstärkt über die Augen und Nase.

Ein paar Dinge gibt es natürlich schon zu beachten.

Am leichtesten fällt es, wenn man versucht, sich in diese Lage zu versetzen.

Was würden wir uns wünschen?

Zuerst einmal, dass man uns wie normale Menschen behandelt, die einzige Behinderung ist ja schließlich nur das Gehör, ansonsten sind wir ja ganz normal.

Wir würden uns wünschen, dass man uns anschaut, wenn man mit uns kommunizieren möchte.

Auch bedarf es keiner großen, hektischen Gesten, wir sind ja nicht schwer von Begriff, wir beachten und verstehen auch kleine, ruhige Gesten.

Desweiteren würden wir es nicht zu schätzen wissen, wenn man uns plötzlich von hinten erschreckt. Fast jeder von uns hat es schon erlebt wie es sich anfühlt, wenn man tief in Gedanken versunken von hinten plötzlich angefasst oder angesprochen wird. Dieser Schreck kann verschiedene Reaktionen auslösen. Nicht wenige von uns springen einen Meter in die Luft, andere werden richtig sauer und reagieren aggressiv. Sind wir deswegen dann böse Menschen?

Wenn wir ein Nickerchen machen, würden wir uns wünschen, informiert zu werden, wenn der Letzte den Raum verlässt. Woher sollten wir sonst wissen, wo alle sind und ob wir etwas Wichtiges oder Schönes verpassen. Es wäre sehr unangenehm, plötzlich festzustellen, dass man ohne Plan alleine ist.

Und noch eine ganz wichtige Sache hätten wir auch gerne. Wir möchten sehen, was um uns herum los ist. Wir möchten zu verschiedenen Fenstern herausschauen können, um uns zu informieren, wer kommt oder geht.



Diese Dinge wünscht sich auch der taube Hund!


Er mag keine hektischen Bewegungen, das ist für ihn wie Schreien. Er möchte, dass man ihm die Zeit gibt, seinen Gegenüber mit Augen und Nase erkunden. Es kann schon mal passieren, dass er bekannte Personen, die anders parfümiert als üblich in der Dunkelheit auftauchen, nicht auf Anhieb erkennt und verbellt. Die vertraute Stimme kann er ja nicht hören.

Ein tauber Hund beobachtet sehr viel. Auch wenn er nicht hören kann, was man sagt, so kann er doch anhand der Mimik erkennen, in welcher Stimmung der Mensch ist. Sprechen in Verbindung mit Handzeichen ist der beste Weg, um mit ihm in ein Zwiegespräch zu treten.

Auch ein tauber Hund möchte in Ruhe schlafen können. Gibt man ihm die Sicherheit, dass man ihn nicht heimlich verlässt, wird er das nötige Vertrauen aufbauen und sich entspannen.

Was uns nun zum nächsten Punkt bringt. Auf ganz sanfte Weise, sei es durch eine zarte Berührung oder durch leichtes Anpusten, sollte man ihn auf die eigene Anwesenheit aufmerksam machen. Verbunden mit einem freundlichen Gesicht ist es für ihn eine positive Erfahrung und kein Schreck, auf den ein Hund, egal ob taub oder hörend, schon mal mit Zuschnappen reagieren kann.

Von Natur aus sind die meisten Hunde neugierig, und verschmähen nicht einen schönen Fensterplatz, z. B. zur Straße hin. Für einen tauben Hund ist diese Möglichkeit noch viel wichtiger. Baut man die Fenster mit Pflanzen zu, braucht man sich nicht zu wundern, wenn diese im hohen Bogen von der Fensterbank sausen.

Die Frage, ob ein tauber Hund bellen kann, ist legitim. Viele taube Hunde sind sogar sehr bellfreudig, sie hören ja schließlich nicht den Lärm, den sie verursachen.

Durch liebevolle konsequente Erziehung kann man ihm dies aber auch wieder abgewöhnen.

Es ist nur ein wenig mühsamer als bei einem hörenden Hund, da Rufen ja auf taube Ohren trifft.

Also muss man sich halt notfalls zu ihm hinbemühen und Blickkontakt herstellen.

Ideal für einen tauben Hund wäre das Zusammenleben mit einem hörenden Artgenossen, an dem er sich orientieren kann.

Wir haben es nie bereut, die kleine Lissy zu uns geholt zu haben.

Ihre Taubheit schränkt sie in keinster Weise ein. Es gibt Tage, da vergessen wir sogar, dass sie taub ist, so normal läuft alles.

Und die Zeichensprache verstehen auch unsere anderen Hunde. Das hat den Vorteil, dass wir nicht erst damit anfangen müssen, wenn sie vielleicht eines Tages altersbedingt taub werden!

Einige Zeit besuchten wir auch eine Hundeschule mit unseren drei Hunden.

Dort wurde überwiegend mit Handzeichen und viel Leckerchen als Belohnung gearbeitet.

Wir durften feststellen, dass unsere taube Lissy einen Riesenspaß dabei hatte und ihren hörenden "Mitschülern" in nichts nachstand.

Wir hoffen, dem Begriff "tauber Hund" ein wenig den Schrecken genommen zu haben ...

Daaaanke
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Liebe Grüße

Martina

mit den Sternenfellkindern Flöckchen, Lissy und Pucki

Tempora mutantur nos et mutantur in illis - Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen (lateinisches Sprichwort)
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Alt 05.12.2008, 22:11   #13
Bella
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Daumen hoch

Marty, ich habe die Texte eben gelesen, klasse hast du geschrieben!!!!

Nur eins möchte ich gerne von dir wissen, wie du darauf gekommen bist, es so zu schreiben...: Ideal für einen tauben Hund wäre das Zusammenleben mit einem hörenden Artgenossen, an dem er sich orientieren kann.

Hast du die Erfahrung gemacht?

Bei Bella war es so, man empfahl sie auch, dass sie nicht alleine leben sollte, da kam sie zu einer Familie, die schon Hunde hatten und anscheinend ist es dort etwas schief gelaufen und Bella landete nach vier Wochen wieder im Tierheim...

Ich würde das mit dem Zusammenleben mit "hörenden" Artgenossen nicht so genau festlegen...

Es ist doch auch möglich, Taube und Blinde Hunde zusammen zu bringen.

Allerwichtigste ist die gesunde Kommunikation zwischen Besitzer und dem tauben Hund, weil es für Hund auch wichtig ist, dass es dem Besitzer verstehen kann, was der Besitzer gebärdet...

Das Wort Zeichensprache ist veraltet, man nennt heute Gebärdensprache und für Hunde sagt man im Hundebereich meistens Sichtzeichen.

Du schriebst: Es kann schon mal passieren, dass er bekannte Personen, die anders parfümiert als üblich in der Dunkelheit auftauchen, nicht auf Anhieb erkennt und verbellt. Die vertraute Stimme kann er ja nicht hören. .... stimme ich dir voll zu!!!!
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Bella: Frauchen taub, Herrchen taub, ich taub ...
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Alt 05.12.2008, 22:42   #14
Marty
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Zitat:
Zitat von Bella Beitrag anzeigen
Marty, ich habe die Texte eben gelesen, klasse hast du geschrieben!!!!
Danke Judith, Dein Urteil ist mir sehr wichtig, da Du weißt, was es bedeutet, in einer stillen Welt zu leben

Zitat:
Nur eins möchte ich gerne von dir wissen, wie du darauf gekommen bist, es so zu schreiben...: Ideal für einen tauben Hund wäre das Zusammenleben mit einem hörenden Artgenossen, an dem er sich orientieren kann.

Hast du die Erfahrung gemacht?
Der Text ist nun schon ein paar Jahre alt. Ich habe ihn geschrieben, kurz nachdem Lissy zu uns kam. Du hast recht, es ist zwar schön für Lissy, dass sie Kumpel hier hat, aber zur Orientierung braucht sie eigentlich die Jungs nicht wirklich ... - sie beobachtet die Jungs natürlich und folgt ihnen. Sie sind für Lissy das Ohr, wenn z.B. der Briefträger kommt ... - häufig brüllt sie munter mit, ohne erst zu wissen, worum es eigentlich geht ...


Zitat:
Bei Bella war es so, man empfahl sie auch, dass sie nicht alleine leben sollte,
Genauso war es auch bei uns damals. Das Tierheim fand es toll, dass schon Hunde bei uns waren ...

Zitat:
Ich würde das mit dem Zusammenleben mit "hörenden" Artgenossen nicht so genau festlegen...
Du hast absolut recht, ich werde den Text dementsprechend ändern

Zitat:
Es ist doch auch möglich, Taube und Blinde Hunde zusammen zu bringen.
Auf jeden Fall!

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass es draußen auch recht stressig werden könnte. Beim blinden Hund muss man darauf achten, was vorne los ist - und beim tauben Hund was von hinten kommt ...

Zitat:
Allerwichtigste ist die gesunde Kommunikation zwischen Besitzer und dem tauben Hund, weil es für Hund auch wichtig ist, dass es dem Besitzer verstehen kann, was der Besitzer gebärdet...
Das ist das A und O, wichtig ist auch, dass die gleichen Sichtzeichen von allen benutzt werden. Und je länger Hund und Mensch zusammen sind, umso feiner werden die Zeichen und umso größer das Verständnis füreinander

Zitat:
Das Wort Zeichensprache ist veraltet, man nennt heute Gebärdensprache und für Hunde sagt man im Hundebereich meistens Sichtzeichen.
Wird auch geändert

Nochmals ein gaaanz dickes Danke
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Liebe Grüße

Martina

mit den Sternenfellkindern Flöckchen, Lissy und Pucki

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Alt 05.12.2008, 23:04   #15
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Off-Topic:
Seit heute weiß ich noch einen Vorteil bei dreibeinigen Hunden. Ich frage mich nur, ob ich nun hier oder unter den Dreibeinern davon berichten soll ...
Ratlose Grüße
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Sie sterben in uns hinein und bleiben als Erinnerungen für immer bei uns !"
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Alt 05.12.2008, 23:06   #16
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Kati, schieß los, mich würds brennend interessieren...
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Alt 06.12.2008, 00:18   #17
Gabi Kröger
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Kati??????????????

Ja, wat denn nu???????????
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Liebe Grüße aus dem Norden senden

Gabi und Gina (Täubling), Frank und Teddy, auch die Kitty´s Lucy und Sammy - Cenny für immer im Herzen dabei...
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Alt 06.12.2008, 11:53   #18
Odin
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Hmmh..*grübel* Vorteile? Bei dem Schnuddelwetter eine Matschpfote weniger im Haus !?
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Grüße von Steffi mit Odin und Bruno
und
Wolli,
Heidi, Maischa & Pedro immer im Herzen

A home without a dog is just a house.
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Alt 07.12.2008, 01:21   #19
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Huch , hab ich ja ganz vergessen, dass ich Euch meine neueste Erkenntnis noch mitteilen wollte ... sorry, war auf `ner Nikolausparty und nu husche ich nur noch mal schnell durch`s Forum vor`m Schlafengehen.
Aber gleich morgen nach dem Aufstehen verrate ich`s Euch (muss dafür noch Fotos bearbeiten, das dauert mir jetzt zu lange ) ... also bis später !

P.S.: Steffi, das mit der schmutzigen Pfote weniger hatte ich doch ganz am Anfang schon erwähnt ...
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Alt 07.12.2008, 10:46   #20
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Off-Topic:
Hi Ihrs,

vielleicht wäre es doch schöner, wenn Ihr einen neuen Thread in der Dreibein-Fraktion aufmacht, denn hier in der Hörnix-Fraktion geht es ja doch mit Sicherheit unter ... weil niemand hier so wirklich die Vorteile von Dreibeinern sucht ...

Kati, kannste dann den Link zu den Dreibeinern hier reinsetzen?
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Liebe Grüße

Martina

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