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Alt 24.07.2011, 17:36   #6
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Hm, habe in der Literatur zu Parkinson bei Hunden nichts spezielles gefunden
eher zu allgemeinen degenerativen Erkrankungen des Gehirns , was Parkinson ja auch eigentlich ist.Genaugenommen ist es eine degenerative Erkrankung des extrapyramidalen Systems ( also aller Bahnen die außerhalb der Pyramiden, sind spezielle "Orte" im Gehirn, laufen .
Dopamin als Neurotransmitter haben Hunde wie wir, aber ob es sich wie beim Mensch ( komplexes durch den Mangel an Dopamin und den dadurch hervorgerufenen anstieg an Glutamat usw.sehr komplex)in den Kardinalsymptomen Tremor ,Rigor und Bradykinese bzw.Akinese äußert? keine Ahnung.
Ein plötzliches Umfallen des Hundes , wenn dies das einzige Symptom ist finde ich für Parkinson nicht typisch.Könnte ja auch eine Hemiparese sein, eine Durchblutungsstörung etcpp.
Was hat die Tierärztin denn getestet? Ich nehme mal an Laborparameter Blut und urin ?
Oder nur die allgemeinen Neurologischen Test wie :

Anamnese zb akuter Verlauf oder langsam ansteigend
Gangbild Beurteilung ( ataktisch,schwach,gehunfähig),Paresen wenn wo ?, Bewusstseinslage , unwillkürliche Bewegungen wie Muskelzittern(Tremor) Dann wäre entscheidend ob in Ruhe oder Bewegung. Tremor in Bewegung deutet eher auf eine Kleinhirnschädigung hin.

Hirnnerven alle durchgetestet zB Nystagmus
Haltungs-und Stellreaktionen zb Ausschluss von Rückenmarksläsionen oder kortikaler Läsionen

Beurteilung der Muskulatur? Hat dein Hund vermehrten Tonus und übersteigerte Reflexe oder eher herabgesetzte

Spinale Reflexe alle normal ? Positionsnystagmus dabei?
Sehenreflexe


um die Ausfälle zu bestimmen? Die Diagnostik ist ziemlich komplex.
In wieweit man deinen Hund medikamentös unterstützen kann , keine Ahnung. Lerne aber immer gerne dazu.

Habe gefunden bei James O´Heare Die Neuropsychologie des Hundes S.23
ich zitiere jetzt ziemlich frei: O´Heare bezieht sich hier allerdings mehr auf die Wirkungsweise hinsichtlich von Lerntheorien und weniger auf den Mangel des Dopamins auf die Motorik des Hundes.

Dopamin ist an der motorischen Koordination,der Aufmerksamkeit, der Bestätigung der Reaktionszeit beteiligt.
Ein Defizit kann zu Lernblockaden,Errgebarkeit,Ängsten und einer Abnahme der Endorphinproduktion führen
Dopamin hat Einfluss auf das Glückszentrum des Gehirns, sodaß ein Mangel die Abnahme positiver Emotionen zur Folge hat und die Fähigkeit verringert Lebensfreude zu empfinden.
Überschüss an Dopamin Begünstigt Unruhe, impulsives Verhalten, die Hunde neigen dazu in Schwierigkeiten zu geraten.

Letzendlich wäre Parkinson eine degenerative Erkrankung, wie beim Menschen auch würde ich versuchen ein medikament zu finden was den degenerativen Abbau etwas aufhält. Physiotherapie bringts, da diese Patienten besonders mit dem Beginn , Abbruch und Richtungswechsel einer Bewegung ihre Schwierigkeiten haben. Der Gang wird zumindest beim Menschen kleinschrittiger und breitbasiger.

Insgesamt finde ich das Thema sehr interessant, wenn es auch für euren Hund nicht schön ist. Aber zur Reha fällt mir da schon einiges ein.
Vielleicht solltet ihr nach Abschluss der Diagnostik und Einstellung der Medikamente eine gute Physio aufsuchen, die euch zeigen kann wie ihr den Hund fördern könnt ohne ihn zu überbeanspruchen.

Bin gespannt was Du berichtest und Toi ,Toi,Toi
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